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Jedes dritte Pfarrhaus soll weg

Kirchenkreistag Jedes dritte Pfarrhaus soll weg

Von einem Drittel der Pfarrhäuser, 13 von 41 Gebäuden, will sich der Kirchenkreis Göttingen in den kommenden zehn Jahren trennen. Die Gemeinden können die ausgewählten Immobilien, die alle sanierungsbedürftig sind, verkaufen, aber auch vermieten. Zuschüsse erhalten sie in Zukunft keine mehr.

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Quelle: GT

Göttingen. Der Pastor wohnt mit seiner Familie im Pfarrhaus neben der Kirche. So war es jahrhundertelang. „Bedürftige kommen dort vorbei. Das Pfarrhaus gilt als Ort der Bildung und Kultur, insbesondere auf dem Dorf“, sagte Gunda-Marie Meyer, die Vorsitzende des Kirchenparlaments. Doch seit einigen Jahren steigt die Zahl der Pastoren, die nicht mehr im Pfarrhaus wohnen.

Über die vielfältigen Gründe hat der Kirchenkreistag während seiner Sitzung im Gemeindesaal von St. Johannes in Göttingen diskutiert. Pastoren betreuen heute oft mehrere Gemeinden, wohnen können sie aber nur in einer. Die Ehepartner sind häufig berufstätig. Da sei der Pfarrort nicht immer der günstigste Wohnstandort. Pastoren empfänden es als unangenehm, wenn - wie das zum Teil der Fall ist - Gemeinderäume und Pfarrhaus nicht klar voneinander abgetrennt seien, wurde während der Sitzung argumentiert. In solchen Fällen bekämen Gemeindemitglieder Ehestreitigkeiten mit, würden Geistliche klagen. Ihre Kinder würden vom Posauenchor bei abendlichen Proben aus dem Schlaf gerissen.

Wegen dieser Ausgangslage sei in den Gemeinden die Bereitschaft vorhanden, angesichts knapper Mittel Pfarrhäuser aufzugeben, hieß es während der Sitzung. Welche Gebäude das sein werden, sollen die Gemeinden in den zehn Regionen des Kirchenkreises unter sich regeln.

Viel Spielraum haben sie jedoch nicht. Der Ausschuss für Gebäudemanagement des Kirchenkreistags sowie die Fachleute im Kirchenkreisamt haben ein Ranking erarbeitet. „Beurteilungskriterien waren neben dem Sanierungsstau, der teilweise hoch ist, unter anderem die demografische Entwicklung, die Verbrauchswerte und die Nutzungsintensität“, führte Robert Philippi vom Kirchenkreisamt aus. Schlusslichter sind die Pfarrhäuser in Barterode, Elliehausen, Erbsen, Geismar (Mitteldorfstraße 6), Gelliehausen, Gladebeck, Göttingen (Rosdorfer Weg 4), Grone (Kirchstraße 6b), Landolfshausen, Reiffenhausen, Roringen, Rosdorf (Am Plan 14) und Weende (Ernst-Fahlbusch-Straße 18).

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