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Jens Olschak gewinnt Göttinger Poker-Stadtmeisterschaft

Kaltschnäuzigkeit gefragt Jens Olschak gewinnt Göttinger Poker-Stadtmeisterschaft

Nach mehr als zwölf  Stunden ist es schließlich vorbei: Um 0.14 Uhr schiebt Yvonne Rosche die letzten Chips, die ihr noch verblieben sind, zu Jens Olschak herüber. Der Mann mit dem FC-Bayern-Schweinsteiger-Trikot nimmt die Spielmarken entgegen. Er grinst breit. Er ist zufrieden: Gerade hat er die vierte offene Göttinger Poker-Stadtmeisterschaft gewonnen.

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„Wer geht mit?“: Bei der offenen Göttinger Stadtmeisterschaft pokern 197 Spieler mit.

Quelle: Heller

Göttingen. Das Duell zwischen dem 36-jährigen Dachdecker aus Eilenstedt (Sachsen-Anhalt) und der 39-jährigen Zahntechnikerin aus Duderstadt war der Höhepunkt der Veranstaltung, die am Sonntag um 12 Uhr in der Weender Festhalle begonnen hatte und erst nach Mitternacht endete.

197 Pokerspieler aus Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern spielten um die Ehre, Pokale und Sachpreise, wobei sich Turniersieger Olschak unter anderem über ein mit 24 Karat vergoldetes Kartenset freuen durfte.

„Die Spielregeln sind einfach“, sagte Turnierleiter Uwe Hildebrandt vom ausrichtenden Club „Pokeras Göttingen“. Anders als beim Schach seien beim Poker nicht in erster Linie Intelligenz, sondern vor allem Kaltschnäuzigkeit sowie die Fähigkeit, zu bluffen und die anderen Spieler einzuschätzen, entscheidend.

Und Glück gehöre natürlich auch dazu: „Nähme der Weltmeister an diesem Turnier teil, würden seine Siegchancen vielleicht 70 Prozent betragen – mehr jedoch nicht, weil er Pech haben und schlechte Karten bekommen könnte“, erläutert Hildebrandt.

Jens Olschak gewinnt vierte offene Göttinger Poker-Stadtmeisterschaft in Weender Festhalle. © Heller

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Ganz wichtig sei es, ein Pokerface aufzusetzen und seine Emotionen zu verbergen, weshalb sich einige Spieler die Kapuze tief ins Gesicht ziehen oder eine Sonnenbrille tragen. Auch den Gegner einzuschüchtern, könne nicht schaden, weshalb beispielsweise „Smurga“ aus Einbeck auf jedem Turnier in schwarzer Kleidung und Zylinder auftritt und damit wie ein Totengräber wirkt.

Yvonne Rosche macht das anders. Sie gibt sich freundlich – und lässt doch immer wieder spitze Bemerkungen fallen. „War mir eine Ehre“, ruft sie Daniel Böning aus Rosdorf zu, als sie dem 35-Jährigen seine letzten Chips abgenommen hat und er den Tisch verlassen muss.

„Wenn alles nichts hilft, flirte ich auch mit den Männern“, erzählt sie und lacht. Doch am stoischen Jens Olschak biss auch Rosche sich die Zähne aus – der Handwerksgeselle saß nur freundlich lächelnd da, ging mit, erhöhte, setzte, bis er am Ende bei seinem ersten großen Turnier überhaupt einen triumphalen Sieg feiern konnte.

Von Hauke Rudolph

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