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Jetzt müssen Testosteron-Käufer bangen

Diebische Apothekenkraft und ihr Anstifter müssen für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis Jetzt müssen Testosteron-Käufer bangen

Für zweieinhalb Jahre müssen eine Apotheken-Angestellte und ihr Lebensgefährte (beide 25) ins Gefängnis, weil sie Testosteron und Wachstumshormone in einer Geismarer Apotheke gestohlen und an die Bodybuilding-Szene verkauft haben. Nun müssen auch die Käufer bangen: Die Polizei ermittelt gegen die Abnehmer.

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Am Dienstag ist die Mitarbeiterin wegen 117 Fällen des Diebstahls und ihr Freund wegen ebensovieler Fälle der Anstiftung verurteilt worden.

Quelle: dpa

Göttingen . Der Kommentar des Apotheken-Inhabers war knapp: "Gut!" Fast hätte ihn die diebische Mitarbeiterin die Existenz gekostet. Für mindestens 140 000 Euro sind in der Firma verschreibungspflichtige Medikamente wie Testosteron oder Wachstumshormone bestellt, bei der Anlieferung heimlich abgezweigt und von der Firma arglos bezahlt worden. Eine kleine Apotheke, hatte der Chef gesagt, wäre daran kaputt gegangen. Denn der Schaden ist mutmaßlich noch größer. Verschwundene Viagra-Bestellungen wurden gar nicht ausermittelt.

Am Dienstag ist die Mitarbeiterin wegen 117 Fällen des Diebstahls und ihr Freund wegen ebensovieler Fälle der Anstiftung verurteilt worden. Die Verteidigung kündigte an, dagegen in Revision gehen zu wollen. Denn der wichtigste Beweis, die Dokumentation des Whats-App-Chatverkehrs des Angeklagten, hätte nach Überzeugung von Verteidiger Taawfeek Matani nicht verwertet werden dürfen. Das Gericht sah das anders.

Ausgerechnet der Vositzende des Schöffengerichts, Oliver Jitschin, war auch der zuständige Untersuchungsrichter, als die Polizei telefonisch die Durchsuchung und Beschlagnahme des Computers der Eltern des Angeklagten erbeten hatte. Dabei war das wichtigste Beweismittel gefunden worden, das jetzt auch zahlreiche Kunden des Verurteilten belastet. Es handelte sich um ein automatisches Sicherungs-Backup sämtlicher iPhone-Inhalte des Handys des Angeklagten. Das hatte dieser offenbar an den elterlichen PC angeschlossen. Sein Handy selbst war sauber - mutmaßlich gelöscht, als das Paar von den Ermittlugnen erfuhr. Nicht einmal Whats App war noch darauf.

Aus den sichergestellten Protokollen ergeben sich Verkaufsgespräche mit Kunden, aber auch Nachrichten an die Freundin, wenn die wieder etwas bestellen sollte. Darin, so Richter Jitschin in der Urteilsbegründung, habe sie keinerlei Skrupel an den Diebstählen offenbart. Insgesamt habe das Gericht keine Zweifel an der Täterschaft. Zu dem beantragten Verwertungsverbot verwies Jitschin auf eine Entscheidung des Bundesgerichshofes, nach der eine telefonische richterliche Genehmigung zulässig und besser sei, als würde die Polizei wegen Gefahr im Verzug selber tätig werden und dies erst vom Richter im Nachhinein bestätigen lassen. Dennoch wurde das Urteil nicht rechtskräftig; Revision wurde schon angekündigt.

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