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Jobcenter-Mitarbeiter beschimpft und bedroht

Zwischenfälle in Göttingen und Northeim Jobcenter-Mitarbeiter beschimpft und bedroht

Die tödliche Messerattacke auf eine Jobcenter-Mitarbeiterin in Neuss sorgt für Verunsicherung bei den Mitarbeitern der Arbeitsagentur Göttingen. Das sagt Geschäftsführer Klaus-Dieter Gläser. „So etwas Dramatisches ist hier zwar noch nicht passiert“, so Gläser. „Es gibt aber immer  wieder verbale Übergriffe.“ In Northeim sei sogar schon Alarm ausgelöst worden.

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Mitarbeiter haben Angst: Auch in den Jobcentern in Göttingen und Northeim kommt es immer wieder zu verbalen Angriffen.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Northeim. Zur Sicherheit hätten alle Mitarbeiter ein Notruf-System am Computer, das über die Tastatur aktiviert werden könne. Damit würden alle Kollegen in der Nähe alarmiert. Auf ihrem Bildschirm blinke dann eine Nachricht auf, in welchem Zimmer der Alarm ausgelöst wurde.

Im Jobcenter in Northeim, den die Arbeitsagentur zusammen mit dem Landkreis Northeim betreibt, sei dies schon „das ein oder andere Mal“ passiert, sagt Gläser. Zum Glück sei es aber jedes Mal gelungen, „die Bedrohungssituation mit mehreren Leuten in den Griff zu bekommen“. Die Mitarbeiter würden auf Situationen wie diese natürlich vorbereitet und entsprechend geschult.

Im Gegensatz zu Northeim gibt es in der Göttinger Hauptagentur überdies einen Sicherheitsdienst. Dieser externe Mitarbeiter sei am Eingang postiert, erklärt Gläser. Außerhalb der normalen Öffnungszeiten achte er zudem darauf, dass nur Klienten ins Haus kämen, die auch einen Termin hätten, indem er sich die Einladung zeigen lasse. Taschenkontrollen gebe es nicht. „Wir sind eine offene Behörde. Ein freundlicher Umgang mit den Kunden ist das A und O für Vertrauen“, betont Gäser. Und hundertprozentige Sicherheit gebe es ohnehin nicht. Aus Datenschutzgründen sei es im Übrigen normal, dass vor allem die Mitarbeiter im Jobcenter bei Beratungsgesprächen mit ihren Kunden allein im Zimmer seien. Schließlich gehe es in den Gesprächen oft um „sehr persönliche Dinge“.

Von Polizei in Gewahrsam genommen

Im Jobcenter des Landkreises Göttingen sei in diesem Jahr ein Mitarbeiter bedroht worden, sagt Landkreissprecher Marcel Riethig. „Der Kunde konnte beim Betreten des Gebäudes jedoch von der hinzugerufenen Polizei in Gewahrsam genommen werden.“ Daneben würden die Mitarbeiter immer mal wieder von Kunden beschimpft. In Einzelfällen spreche der Landkreis Hausverbote aus.

Ein Sicherheitsdienst komme aber nicht zum Einsatz, sagt Riethig. Dafür gebe es ein ähnliches Alarmierungssystem wie bei der Arbeitsagentur. Genaueres wolle er aus Sicherheitsgründen nicht sagen. Nur so viel: „Im Notfall werden die Mitarbeiter aus den umliegenden Büros sofort alarmiert und wissen, in welchen Raum sie eilen müssen.“ Die Polizei könne in Notfällen unverzüglich herbeigerufen werden. Außerdem gebe es eine ganze Reihe von Präventionsmaßnahmen.

Wenn es um sensible Personendaten gehe, würden auch im Jobcenter des Landkreises Göttingen Beratungsgespräche unter vier Augen geführt, sagt Riethig. Falls der Kunde im Vorfeld auffällig geworden sei, könnten die Mitarbeiter aber jederzeit Kollegen zu dem Gespräch hinzuziehen.

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