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Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen kritisiert Stolperstein-Projekt

Tichauer Moritz: „Mir wird richtig schlecht“ Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen kritisiert Stolperstein-Projekt

Ein breites Bündnis – die liberale jüdische Gemeinde Göttingen eingeschlossen – hat sich dafür eingesetzt, dass auch in Göttingen Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur in öffentlichen Raum verlegt werden. Am 17. März sollen die ersten zehn Steine ins Pflaster eingelassen werden. Doch nun kommt erneut Kritik an dem Projekt auf - vonseiten der jüdischen Kultusgemeinde.

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Stolpersteine wie in Dransfeld sollen auch nach Göttingen kommen.

Quelle: Hinzmann/Archiv

Göttingen. Auf den Steinen sind Messingtafeln aufgebracht, in die Informationen zu den Opfern eingraviert sind. Der Aktion in Göttingen liegt ein Kompromiss zugrunde: Stolpersteine sollen nur dann verlegt werden, wenn Nachfahren und Angehörige einverstanden sind. Die Vorsitzende der konservativen jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen, Eva Tichauer Moritz, hat nun jedoch erneut in einem Schreiben scharfe Kritik an dem Projekt wie auch am Künstler Gunter Demnig geübt.  In dem Schreiben mit dem Titel „Einmal Opfer - immer Opfer“ nennt Tichauer Moritz die Stolpersteine „unsägliche Platten im Straßenpflaster“. Von Kunst schreibt Tichauer Moritz im Hinblick auf die Stolpersteine nur in Anführungszeichen. Durch die Stolpersteine würden die Opfer mit Füßen getreten. „Mir wird richtig schlecht, wenn ich daran denke, dass jedes Opfer der Shoa eines dieser ‚Dinger‘ bekommt.“

Tichauer Moritz weist zurück, dass sie dem Stolperstein-Kompromiss zugestimmt habe. Sie sei vielmehr davon ausgegangen, dass in der entscheidenden Kulturausschuss-Sitzung des Rates der Stadt auch über andere mögliche Formen des Gedenkens diskutiert würde. Als dies nicht geschehen sei, so Tichauer Moritz, habe sie mit einem weiteren Mitglied der Kultusgemeinde den Ausschuss verlassen: „Auf keinen Fall sollte unsere Abwesenheit als Zustimmung missbraucht werden.“

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