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Jüdischer Friedhof in Geismar 1937 zugeschüttet

Begräbnisstätte Jüdischer Friedhof in Geismar 1937 zugeschüttet

Die Geschichte des jüdischen Friedhofs an der Trift in Geismar zu recherchieren, war für Ortsheimatpfleger Martin Heinzelmann nicht einfach. „Die Anfänge liegen im Dunkeln“, offenbarte Heinzelmann den Zuhörern während seines Vortrags im Saal der Verwaltungsstelle. Ebenso das Ende.

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Jüdischer Friedhof in Geismar.

Quelle: EF

Geismar. Um 1850, heißt es in Wilhelm Behrendts Abhandlung über die Geschichte der Begräbnisstätte in der Chronik „950 Jahre Geismar“, auf die sich auch der Ortsheimatpfleger wiederholt bezog, hätten dort die letzten Beerdigungen stattgefunden.

Jüdische Bewohner in Geismar wurden 1455 erstmals urkundlich erwähnt. Für die folgenden Jahrhunderte fand Heinzelmann einige wenige Akteneinträge – bis 1844, als das Königreich Hannover ein Zusammengehen der jüdischen Gemeinden Rosdorf und Geismar mit der Synagogengemeinde Göttingen anordnete. Auf dem zwischen Trift und Hauptstraße gelegenen Friedhofsareal gibt es außer einem 1966 aufgestellten Gedenkstein und einer In den 90er-Jahren durch eine Schülerinitiative hinzugekommenen Tafel außerhalb des Geländes nichts mehr, was Rückschlüsse auf die jüdische Gemeinde in Geismar und die dort bestatteten Menschen zulassen könnte.

1932 und 1937 wurde der Zuschnitt der Begräbnisstätte durch Bauarbeiten beim benachbarten Schützenverein sowie des Post-Verstärkeramtes verändert. 1937, berichtete Heinzelmann, sei das Areal zugeschüttet worden, vielleicht durch den Aushub der angrenzenden Baustelle. Was aus den Grabsteinen wurde, sei nicht bekannt. 1944 schrieb ein Kaufinteressent, der damalige Bürgermeister von Geismar, der „Dienststelle für die Einziehung von Vermögenswerten in Göttingen“, das Gelände diene seit langem „als Schuttabladeplatz“. In den 50er-Jahren stellte er dem „Jewish Trust“ vor Rückerstattung des jüdischen Friedhofs Geismar 1500 Mark für Arbeiten auf der Fläche in Rechnung, zuzüglich eines Kaufpreises von 150 Euro. Im Zuge seines Vortrags erhielt Heinzelmann Hinweise aus der Zuhörerschaft, die jüdische Einwohner noch zur Zeit des Nationalsozialismus betrafen. Die Struktur eines Friedhofes, heute nicht mehr nachvollziehbar, sei zudem noch um 1947/48 zu erkennen gewesen. kk

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