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Jugendherbergen in Südniedersachsen kämpfen mit heftigen Rückgängen

Minus von knapp einem Prozent Jugendherbergen in Südniedersachsen kämpfen mit heftigen Rückgängen

Die Jugendherbergen in Südniedersachsen haben teilweise mit heftigen Rückgängen der Übernachtungszahlen zu kämpfen. Einige Jugendherbergen mussten sogar schon schließen, unter anderem in Uslar, Rinteln und Holzminden - andere dagegen können ein leichtes Übernachtungs-Plus verzeichnen.

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Quelle: Heller

Göttingen. Bundesweit ist die Zahl der Übernachtungen in Jugendherbergen 2014 gegenüber 2013 leicht zurückgegangen. Nach den Zahlen des Deutschen Jugendherbergswerks gab es im Schnitt ein Minus von knapp einem Prozent. Im Landesverband Hannover fällt das Minus mit 1,2 Prozent sogar noch etwas größer aus.

Die Jugendherberge Göttingen liegt mit einem Minus von 1,6 Prozent (knapp 26 500 Übernachtungen in 2014) nur geringfügig unter dem Landesdurchschnitt. Heftig ist dagegen der Rückgang in der Jugendherberge Bad Sachsa: Mit rund 6300 Übernachtungen gab es 2014 ein Minus von knapp 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zu den Gewinnern zählen dagegen die Jugendherbergen in Hann. Münden und Northeim. Münden kam 2014 auf die Schnapszahl von 11 111 Übernachtungen und damit auf ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Northeim legte bei der Zahl der Übernachtungen zu: Um 3,4 Prozent auf rund 13000 in 2014.

Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser (parteilos) sieht den Erfolg in Northeim auch in einem speziellen Angebot begründet. Aufgrund der benachbarten Schwimmhalle mit einer 50-Meter-Bahn kämen viele Sportlergruppen, die auch das auf Sportler ausgerichtete Essen in der Jugendherberge schätzten. Der Klassenfahrten-Boykott an Gymnasien falle deswegen nicht so sehr ins Gewicht.

Auswirkungen des Klassenfahrten-Boykotts

Auch wenn er mit den Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr ebenfalls zufrieden ist - Den Klassenfahrten-Boykott bekommt die Göttinger Jugendherberge nach Angaben von Leiter Ingo Häcker durchaus zu spüren. „Dieses Jahr sind die Auswirkungen ganz extrem“, sagt er. Für die Wochen, in denen üblicherweise Klassenfahrten unternommen werden, gebe es in diesem Jahr bislang nur wenig Buchungen. „Das wird die Jugendherbergen insgesamt in ganz erheblichem Maße weh tun“, betont Häcker. Die Göttinger Jugendherberge könne einen Teil des Verlusts immerhin mit Gästen von Universität, Xlab und anderen Institutionen kompensieren.

Die Auswirkungen des Klassenfahrten-Boykotts bekommt nach Angaben von Leiter Dirk Schlüsener auch die Jugendherberge in Hann. Münden zu spüren. „Vor allem die Stammbeleger, also hauptsächlich Gymnasien, fehlen in diesem Jahr komplett“, sagt er. Das löse eine Kettenreaktion aus: Weniger Umsatz bedeutete, dass er weniger Personal einstellen und weniger Investitionen tätigen könne. Ihm fehle das Verständnis für den Boykott der niedersächsischen Lehrer, sagt Schlüsener. „Wir sind hier nah an Hessen.

Dort müssen die Lehrer nicht nur mehr arbeiten, sie sind auch verpflichtet, Klassenfahrten anzubieten.“ Häcker und Schlüsener hoffen, dass der Boykott bald beendet wird - und das nicht nur, weil sie sich um ihre Herbergen sorgen. „Solche Fahrten sind ja auch für das Sozialgefüge einer Klasse enorm wichtig“, betont Schlüsener.

Von Jörn Barke und Andreas Fuhrmann

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