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Jugendhilfe wehrt sich gegen Vorwürfe

Tagesgruppe Jugendhilfe wehrt sich gegen Vorwürfe

Eine Tagesgruppe der Jugendhilfe am Rohns in Nikolausberg sorgt für Unmut bei den direkten Nachbarn. Pädagogen und Leiterin wehren sich gegen die vorgebrachten Anschuldigungen.

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Senderstraße 19: Nachbarn fühlen sich gestört, Anwohner fürchten um ihr Wohngebiet. 

Quelle: Pförtner

Nur eine Hinweistafel deutet daraufhin: In dem Wohnhaus in der Senderstraße 19 ist derzeit eine Tagesgruppe der Jugendhilfe am Rohns untergebracht. Bei näherer Betrachtung fallen die mit Fensterfarben verzierten Fenster auf. Sonst nichts. Es herrscht Ruhe im „reinen Wohngebiet“.

Und doch: Die Gruppe hat für Unruhe in der Nachbarschaft gesorgt. In der jüngsten Ortsratssitzung hatten Anwohner mit zum Teil drastischen Anschuldigungen Stimmung  gemacht (Tageblatt berichtete): Die betreuten Kinder hätten in der Nachbarschaft Autos zerkratzt, der Lärm von zehn Kindern und Jugendlichen sei sehr wohl eine Belastung, die Grundstücke in der Nachbarschaft verlören bis zu 50 Prozent ihres Wertes, einige Kindern seien beim Blumenessen beobachtet worden, lauteten die Vorwürfe.

Regine Schünemann, Leiterin der Jugendhilfe, versucht gegenzusteuern: Nach ihren Erkenntnissen hat es die zerkratzten Autos schon vor dem Einzug der Gruppe im Dezember gegeben. Auch sei es wenig wahrscheinlich, dass der Lärm von der Gruppe stamme. Laut Mietvertrag mit Eigentümer Christian Mayer-Boness sei die Nutzung des Gartens hinter dem Haus nicht erlaubt. „Wenn wir nach draußen gehen, sind wir ohnehin wenig im Garten“, sagt Betreuer Holger Erdmann. „Wir sind lieber auf Erkundungstour in der Umgebung.“ Und Mayer-Boness beteuert: „Die Jugendhilfe hat alles getan, damit kein Lärm nach draußen dringt.“ Erdmann ergänzt: „Die Kinder sind nie ohne Aufsicht.“

Derzeit werden in dem Haus zehn Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren von vier Pädagogen betreut – montags bis freitags von 13.15 bis 17.15 Uhr. Nach Erdmanns Auskunft weisen die betreuten Kinder aus Stadt und Landkreis Schwierigkeiten im Sozialverhalten auf, seien in der Entwicklung verzögert, hätten Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen, seien vom Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betroffen. „Viele Kinder kennen von zu Hause aus keine Regeln. Wir versuchen, sie wieder an einen normalen Tagesablauf zu gewöhnen“, sagt Schünemann. Morgens besuchen die Kinder die Schule der Jugendhilfe, dann werden sie nach Nikolausberg gefahren, wo gemeinsam zu Mittag gegessen wird und Hausaufgaben gemacht werden. Danach stehen gemeinsame Freizeitaktivitäten auf dem Programm – von Fußball über Basteln bis zum Schwimmbadbesuch. Ziel ist es laut Erdmann, die Kinder wieder in ihre Familie zu integrieren und die „Erziehungskompetenzen der Eltern zu stärken“. Eng arbeite man mit dem Jugendamt der Stadt zusammen.

„Hell und freundlich“

Ein Jahr hatte die Jugendhilfe nach geeigneten Räumen in der Stadt gesucht. Das Haus in Nikolausberg sei ideal: „Hell und freundlich, mit zehn Zimmern groß genug“, sagt Betreuerin Mechtild Krieger-Rott. „Das trägt zum Erfolg bei.“ Ideal auch deshalb, so Erdmann, weil die Kinder in Nikolausberg nicht ihren „Freunden aus der eigenen Nachbarschaft über den Weg laufen“. Enttäuscht zeigen sich die drei Jugendhelfer vom Rohns über die Reaktion der Nachbarn: Zwar haben sie die Nachbarn flächendeckend zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. „Wir haben Flyer verteilt und mit den Kindern sogar geklingelt und persönlich eingeladen“, sagt Erdmann. Außer zwei Familien sei niemand gekommen.

Von Michael Brakemeier

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