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Fünf Jungs treffen ein Mädchen

Sexuelle Nötigung Fünf Jungs treffen ein Mädchen

Drei junge Männer müssen sich vor dem Göttinger Amtsgericht verantworten, weil sie an nur einem Tag erst einen Jungen verprügelt und beraubt haben und anschließend ein Mädchen sexuell genötigt haben sollen. Am Ende bekommen sie Bewährungsstrafen.

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Quelle: dpa

Göttingen. Drei junge Männer haben sich am Donnerstag vor dem Göttinger Amtsgericht verantwortet, weil sie innerhalb eines Tages einen Jungen verprügelt, bedroht und beklaut sowie ein Mädchen gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gedrängt haben sollen. Am Ende bekammen sie Bewährungsstrafen.

Ein Mädchen sitzt in der Göttinger Innenstadt. Es ist ein lauer Sommerabend. Die 16-Jährige ist betrunken, hat eine Flasche „Hugo“ im Blut. Weil sie nicht mehr laufen kann, setzt sie sich vor einem Geschäft auf den Boden. Es ist 22.30 Uhr, als eine Gruppe jungen Männer vorbeikommt. Sie sind kaum älter als sie und fragen, ob sie nicht mitkommen will. Das Mädchen geht mit.

Ein Mädchen sitzt bei der Polizei. Sie erzählt einer Beamtin von ihren Erlebnissen dieser Nacht. Dass sie betrunken vor einem Laden saß, dass diese Jungs gekommen sind, sie Döner essen waren. Sie erzählt auch, dass einer von ihnen sie zur Toilette begleitet hätte. Auf dem Rückweg habe er ihr zwischen die Beine gefasst, ihre Brüste berührt und sie gezwungen ihn zu befriedigen. Sie habe sich gewehrt, ihn mehrfach aufgefordert, aufzuhören. Ein zweiter Junge aus der Gruppe habe sie nach Hause begleitet. Aber der habe sie später ebenfalls bedrängt, auf den Schoß gezogen und ihr das Oberteil weggerissen. Auch den habe sie angeschrien, weggeschubst. Dann habe er ihr auch noch das Handy aus der Hosentasche geklaut. So gibt sie es zu Protokoll.

Ein Mädchen sitzt im Zeugenstand des Göttinger Amtsgerichts. Sie spricht mit leiser Stimme. An viel kann sie sich nicht erinnern. Ihre Antworten weichen teilweise deutlich von früheren Aussagen ab. Nach längerer Befragung räumt sie ein, dass sie bei der Polizei vielleicht ein bisschen übertrieben habe. „Vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug gewehrt“, sagt sie. Wahrscheinlich habe der ja ohnehin nur ihr Handy haben wollen. Stille im Saal. Wie sie das gemeint habe, fragt der Richter. Sie halte sich nicht für sonderlich attraktiv. Daher glaube sie halt nicht, dass die Jungs etwas von gewollt hätten – außer dem Iphone. Das bringt auf dem Göttinger Schwarzmarkt am selben Abend noch 80 Euro. Geld für Drogen.

Ein Junge trifft sich auf dem Schulhof mit seinen Kumpels. Sie haben gekifft, vielleicht noch was anderes genommen. Er will sich prügeln, schlägt einen Widersacher erst mit der flachen Hand, dann mit der Faust. Schließlich droht er ihm mit einem Teleskopschlagstock, den einer seiner Kumpel dabei hatte. Er nimmt dem verängstigten Jungen Handy, Feuerzeug und ein bisschen Marihuana weg.

Ein Junge sitzt auf der Anklagebank, neben ihm seine Kumpels. Vor ihm sitzt das Mädchen. Es tut ihm leid, sagt er leise. „Das mit dem Anfassen. Wusste nicht, dass du das nicht wolltest.“ Geld fürs Handy verspricht er ihr auch. Auch der zweite Angeklagte, der sie in dieser Nacht gegen ihren Willen angefasst hatte, entschuldigt sich.

Ein Junge absolviert ein Programm in einem nordhessischen Trainingscamp für Jugendliche mit Gewalt und Drogen-Erfahrungen. Wenn er rauskommt, muss er seine Bewährungsauflagen erfüllen. Geld mit Sozialstunden verdienen für ein neues Iphone, das er vor einem Jahr einem Mädchen geklaut hat.

Von Markus Scharf

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