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Jugendliche helfen Jugendlichen in Göttingen

Kinder- und Jugendtelefon Jugendliche helfen Jugendlichen in Göttingen

Wenn Kinder und Jugendliche Probleme haben, können sie sich an das Kinder- und Jugendtelefon (KJT) wenden. Dort werden sie beraten - auch von Jugendlichen selbst. Die Einrichtung in Göttingen sucht nun neue Berater - wie den 18-jährigen David, der anderen Jugendlichen hilft.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der 18-jährige Schüler aus dem Landkreis Göttingen hat die Ausbildung für die ehrenamtliche Tätigkeit bereits absolviert und berät seit einem halben Jahr. Mobbing sei bei den Gesprächen ein häufiges Thema, erzählt David. Er verweist dann auf Hilfsangebote, die es gibt, und erklärt, wie man sein eigenes Selbstvertrauen stärken kann.

Auch Streit mit den Eltern oder anderen Jugendlichen seien Themen bei den Gesprächen oder Fragen zum Thema Sexualität. Durch die Ausbildung und Beratungstätigkeit sei er auch als Person gereift, meint David. Er könne jetzt Freunde wesentlich besser beraten und besser mit kritischen Situationen umgehen.

Die Ausbildung für die neuen jugendlichen Berater, die 60 Stunden an zehn Sonnabenden umfasst, wird von einer Therapeutin geleitet und von der 24-jährigen Psychologie-Studentin Jana begleitet. Sie hat selbst die Ausbildung zur erwachsenen Beraterin absolviert und hilft in der Ausbildung der Jugendlichen dabei, zu vermitteln, wie Gespräche in der Praxis ablaufen.

Probleme mit 
der Peergroup

2015 wurden beim KJT Göttingen 8900 Gespräche geführt, davon 2400 von jugendlichen Beratern. Das geht aus der Statistik hervor, die die Einrichtung vorgelegt hat. Aus den 2400 Anrufen hätten sich knapp 550 Beratungen ergeben. Drei Viertel der Beratungsgespräche dauerten nicht länger als zehn Minuten.

Die häufigsten Themen (Mehrfachnennungen möglich) bei den Gesprächen waren psychosoziale Probleme / Gesundheit (28 Prozent), Sexualität (27 Prozent), Partnerschaft und Liebe (27 Prozent), Probleme in der Familie (21 Prozent), Freundeskreis und Peergroup (20 Prozent). bar

Dazu werden auch Rollenspiele gemacht, in denen sie den Anrufer mimt. Man lerne durch die Ausbildung genauer, aktiver und strukturierter zuzuhören, meint die 24-Jährige.

Für die neue Ausbildung, die demnächst beginnen soll, sucht das KJT Jugendliche ab 15 Jahren, „die ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Altersgenossen haben“. Die Gruppe trifft sich 14-tägig am Sonnabend. Die Ferien sind unterrichtsfrei.Haben die Jugendlichen mindestens ein Jahr lang monatlich mindestens vier Stunden beraten sowie die monatliche Supervision und Teamsitzung besucht, bekommen sie ein Zertifikat über Ausbildung und ehrenamtliches Engagement.

Das KJT Göttingen berät montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr, die Jugendlichen sind nur am Sonnabend im Einsatz. Derzeit gibt es es laut Geschäftsführerin Andrea Hofmeister 20 jugendliche und 40 erwachsene Berater. Freitagabend und Sonnabend seien die Zeiten, zu denen die meisten Anrufe eingingen.

Ein Infoabend über die Ausbildung von jugendlichen KJT-Beratern beginnt am Donnerstag, 21. April, um 17.30 Uhr im Gemeindesaal St. Albani, Albanikirchhof. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 0551 / 37 98 77 oder unter der E-Mail-Adresse kinderundjugendtelefon-goe@t-online.de oder unter www.kjt-goettingen.de

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