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Junge Gelbbauchunken für die Ballertasche

Kiesabbaugebiet und Weser Junge Gelbbauchunken für die Ballertasche

Mit einem bislang einzigartigen Projekt in Deutschland soll die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke gerettet werden. In einem Kiesabbaugebiet an der Weser bei Gimte werden jetzt erstmals junge Unken ausgewildert.

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Vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke: Jungtiere aus Schutzstation werden in der Ballertasche bei Gimte ausgesetzt.

Quelle: Vetter

Vor zweieinhalb Wochen wurden die ersten Amphibien in flachen Pfützen im geschützten südlichen Bereich der Ballertasche ausgesetzt. Gestern brachten Richard Podloucky und Vitus Prommer vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) weitere 30 Tiere aus der Aufzuchtstation nach Gimte. Im kommenden Frühjahr werden die restlichen Tiere in Freiheit entlassen.

In einer Weserschleife gegenüber dem Klostergut Hilwartshausen liegen Wiesen und Wasserflächen. Im nördlichen Bereich wird noch Kies abgebaut. Obwohl der Lebensraum seit 1990 regelmäßig gepflegt wird, ist der Bestand dort in den vergangenen beiden Jahrzehnten um drei Viertel auf 20 bis 30 Tiere geschrumpft. Die Gelbbauchunken halten sich fast alle im Kiesabbaugebiet auf, weil dort ständig neue flachgründige Tümpel entstehen. Im geschützten südlichen Bereich wurde im vergangenen Jahr nur eine Unke gesehen. Landesbetrieb, Landkreis und die Kiesfirma Oppermann helfen deshalb nach, um bessere Bedingungen zu schaffen. Neue Tümpel werden angelegt, und Rinder sollen die Flächen vor dem Zuwachsen bewahren.

Die Jungtiere, die der Amphibien-Experte Podloucky aussetzt, wurden als Kaulquappen dem Biotop entnommen und dann in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen aufgezogen. Durch zeitversetztes Aussetzen soll der beste Zeitpunkt herausgefunden werden. Das individuelle Bauchmuster aller 142 Tiere wird fotografiert, um sie später wiederzuerkennen. In Niedersachsen gibt es nur noch 15 Vorkommen von Gelbbauchunken im Weser- und Leinebergland mit zusammen 1000 bis 1500 Tieren. „Beängstigend wenig“, sagt Podloucky.

Mitverantwortlich dafür ist auch die zunehmende Zahl von Wasservögeln. Graureiher, Krähen und Frösche mögen Amphibien und den Laich. Auch Wildschweine als Allesfresser ebenso wie mittlerweile Waschbären bedrohen die seltenen Unken. Die ursprünglichen Lebensräume der Gelbbauchunke in den Talauen der Mittelgebirgsflüsse sind zerstört. Natürliche Flussdynamik gibt es kaum noch.

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