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Junges Theater: „Erhebliche Energie, andere zu täuschen“

Insolvenzverfahren Junges Theater: „Erhebliche Energie, andere zu täuschen“

Das Insolvenzverfahren für das Junge Theater in Göttingen ist eröffnet. Seit dem 1. September hat Insolvenzverwalter Burghard Wegener die Geschäfte übernommen.

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Junges Theater: Insolvenzverfahren ist eröffnet.

Quelle: Heller

Inzwischen liegen erste Ergebnisse von Wegeners Prüfung der Theaterbücher für 2009 vor. Allein in dem Jahr seien 40 000 Euro verschwunden, so Wegener. Ein Großteil des Geldes sei von der Mitarbeiterin, die für die Buchhaltung verantwortlich war, „rechtswidrig verwendet worden“. Es habe Zahlungen an die Mitarbeiterin gegeben, „deren Rechtsgrund sich nicht erschließt“, sagt Wegener. Im Klartext: Sie hat das Geld an sich selbst überwiesen. Wegener: „Die Mitarbeiterin hat erhebliche Energie darauf verbracht, andere zu täuschen.“

Dazu gehörte auch, dass sie etwa „manipulierte Ablichtungen“ von Unterlagen von Wirtschaftsprüfungen dem Aufsichtsrat vorgelegt hat. Der Aufsichtsratsvorsitzende Frank-Peter Arndt ging mit Bekanntwerden der Zahlungsschwierigkeiten des JT davon aus, dass rund 300 000 Euro aus der JT-Kasse verschwunden sind.

Dem Aufsichtsrat und JT-Geschäftsführer Andreas Döring bescheinigt Wegener zum jetzigen Zeitpunkt, „nicht optimal“ gearbeitet zu haben. Neben Frank Peter Arndt (SPD) als Aufsichtsratsvorsitzenden (Vertreterin Dagmar Sakowsky, Grüne) gehören derzeit dem Aufsichtsrat an: Marcel Pache, CDU) (Vertreter: Hilmar Conrad, FDP) für die Stadt Göttingen, Kerstin Paetsch (CDU) (Vertreter: Gerhard Ströhlein, SPD) für den Landkreis, Göttingens Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (Vertreter: Hilmar Beck), Elke Bartussek für den Förderverein Freunde des Jungen Theaters Göttingen (Vertreter: Michael Schluff), Gesellschafter John Coates sowie Uwe Oppermann für den JT-Betriebsrat (seit Juni 2010 für Agnes Giese) (Vertreter Jan Reinartz seit Juni 2010, für Heiner Wortberg).

Bei der Gläubigerversammlung und dem Termin zur Prüfung der angemeldeten Forderungen, die für den 18. November vor dem Amtsgericht angesetzt sind, will Wegener nun den Gläubigern darlegen, auf welchem Weg das Vermögen der in die Insolvenz geratenen gemeinnützigen GmbH verwertet werden soll. „Dazu zählt unter anderem die Frage, ob und in welchem Umfang Ansprüche gegen die ehemalige Mitarbeiterin der Buchhaltung und Organe der gGmbH bestehen und wie diese durchgesetzt werden sollen.“

Prüfungen der Unterlagen für die Jahre 2007 und 2008 stehen nach Wegeners Auskunft noch aus. Der Insolvenzverwalter geht nach den Prüfungen des Jahres 2009 davon aus, dass die vom JT genannten Zuschauerzahlen auch der Realität entsprechen. Das Theater gibt diese für vergangenes Jahr mit rund 25 000 an.

Inzwischen ist das Theater in die neue Spielzeit gestartet. Die Politik in Stadt und Landkreis Göttingen hat sich bereit erklärt, die Förderungen an das Theater bis zum Ende des Jahres fortzusetzen. „Bis zur Gläubigerversammlung muss wenigstens ein Konzept zur langfristigen Erhaltung des JT, über das die Gläubiger zu entscheiden haben, vorliegen“, sagt Wegener.

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