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Kabelsalat und falsche Pläne verzögern Bau

Straßensperrung Kabelsalat und falsche Pläne verzögern Bau

Fast ein dreiviertel Jahr ist die Straße Am Fassberg nach Nikolausberg inzwischen gesperrt. Unvorhergesehene Probleme beim Brückenbau über die Lutter und beim Grundstücksankauf durch die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verzögern die Freigabe der Straße noch bis mindestens Ende September.

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Gesperrt: Von der Kreuzung Hoffmannshof geht es derzeit nicht nach Nikolausberg.

Quelle: Vetter

Die Straße Am Fassberg zwischen der Kreuzung am Hoffmannshof und der Griesebachstraße ist wieder freigegeben. Allerdings nur für den Radverkehr. „Wir schließen unsere Arbeiten am 27. Mai pünktlich ab“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Die Straße werde dann bereits als Fahrradtrasse frei gegeben. Im Zuge des geplanten Ausbaus der Bundesstraße 27 hat die Stadt rund 700000 Euro in die Grunderneuerung der Straße investiert.

Der Autoverkehr muss allerdings immer noch warten. Er wird weiterhin, wie schon seit September, über die Robert-Koch- und Otto-Hahn-Straße umgeleitet. Grund: Bei den Bauarbeiten für eine neue Brücke über die Lutter, die in der Zuständigkeit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr liegt, sei man auf Versorgungsleitungen gestoßen, die nach den Planungsunterlagen so nicht zu erwarten gewesen sind, sagt Sebastian Post, Fachbereichsleiter für Bau und Betrieb. „Die Pläne haben etwas anderes gezeigt, als wir in der Realität vorgefunden haben“, sagt Post. Anders gesagt: Es sind mehr Kabel, Leitungen und Rohre im Erdreich vergraben als gedacht. Besonders ein Glasfaserkabel habe große Probleme bereitet. Dieses habe nicht einfach verlegt werden können, erklärt Post. Dadurch hat sich der Brückenbau, der nun in dieser Woche beginnen soll, verzögert.

Das Problem bei den Bauplanungen: Die Behörde ist auf die Angaben der Versorger – darunter etwa Stadtwerke, Telekom, Kabel Deutschland oder Eon – zu ihren verlegten Leitungen angewiesen. Einen einzelnen Plan, auf dem sämtliche Versorgungsleitungen verzeichnet sind, gebe es nicht, erläutert Heiko Lange, stellvertretender Leiter der Landesbehörde in Bad Gandersheim. Dieser werde erst mit Planungsbeginn erstellt – auf Grundlage der Abfrage bei der Versorgern, deren Plänen, einer Koordinierungsbesprechung und den Ergebnissen der öffentlichen Auslegung der Baupläne. „Wir sind auf diese Angaben angewiesen. Wir können nicht wissen, wo ein Dritter seine Kabel verlegt“, sagt Lange. Nutzungseintragungen im Grundbuch seien auch nicht vorgeschrieben.

Den Bauarbeiten vorangegangen waren „nicht leichte“ Verhandlungen mit mehreren Eigentümern über den Erwerb von Grundstücken, sagt Post. Auch dadurch hätten sich die Bauarbeiten „stark“ verzögert. Erst spät habe man sich über Flächen und Preis einigen können. Von einer rechtlich möglichen Enteignung der Eigentümer habe man aber abgesehen
Einen Termin, wann die Brücke fertig ist und die Straße wieder freigegeben wird, kann Post nicht nennen. „Auf jeden Fall früher als Ende November“, sagt er und stellt Ende September in Aussicht.

Von Michael Brakemeier

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