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Kacheln und Teller: Keramik aus dem Pottland

Schloss Bevern: Ausstellung Kacheln und Teller: Keramik aus dem Pottland

 „Pottland“ – so wurde im Volksmund eine wichtige Töpferregion zwischen Weser und Leine genannt. Dort gab es ungewöhnlich viele Dörfer, die jahrhundertelang große Mengen an Keramik für den Export produzierten. Die Erzeugnisse dieser Region wurden weit über die Landesgrenzen gehandelt.

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Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Ofenkachel mit Wirtshausszene.

Quelle: Verlag Jörg Mitzkat

Bevern. Die 850-jährige Geschichte der Töpfertradition in dieser Region erzählt nun eine Ausstellung im Weserrenaissance-Schloss Bevern, zu der auch ein umfangreicher Katalog erschienen ist.

Teile der Ausstellung waren jeweils bereits in Museen in Duingen, Bad Münder, Coppenbrügge und Springe zu sehen. Die Gesamtschau aller Teile wird nun in Bevern gezeigt. Dort feiert zugleich das Schloss in diesem Jahr mit seinem 400-jährigen Bestehen ein Jubiläum.

Im Katalog würdigt Archäologie-Professor Hans-Georg Stephan die mittelalterlichen und neuzeitlichen Erzeugnisse des Pottlandes als  „Töpferei von landesgeschichtlicher Bedeutung und Keramik von europäischem Rang“.

Bis ins zwölfte Jahrhundert reiche in Norddeutschland die frühgeschichtliche Tradition der Fertigung einfacher Gebrauchskeramik im Nebenerwerb und in Töpfereien von kleinräumiger Bedeutung. Ab etwa 1120 bis 1150 seien dann, als sich zunehmend eine weiter entwickelte Marktwirtschaft durchgesetzt habe, erstmals in größerem Umfang spezialisierte Gewerbebetriebe entstanden. Dies sei in der Nähe von Tonvorkommen geschehen, so auch im später mundartlich so bezeichneten Pottland zwischen Wennigsen im Norden und Bevern im Süden.

Im Abbildungsteil des Kataloges werden knapp 130 Erzeugnisse präsentiert. Das älteste Exponat ist eine um 1200 entstandene Kugelkanne. Aus dem 12./13. Jahrhundert stammt unter anderem eine Pilgerflasche. Aus den weiteren Jahrhunderten wird eine große Bandbreite an Erzeugnissen gezeigt, so etwa Aquamanilen (13./14. Jahrhundert), Tierplastiken (14. Jahrhundert), Teller (ab um 1600), Humpen (16./17. Jahrhundert), Puppengeschirr (17. Jahrhundert) und ein Streichholzhalter (18./19. Jahrhundert). Aus dem 19. Jahrhundert sind unter anderem ein Perückenständer, ein Bügeltopf mit Deckel, ein Tintenfass, ein Taschenuhrständer und eine Vogeltränke zu sehen. Zu den Stücken aus dem 20. Jahrhundert zählen ein Butterfass und Ofenkacheln.

Die Ausstellung „Aus dem Pottland in die Welt. Eine historische Töpferregion zwischen Weser und Leine“ ist im Weserrenaissance-Schloss Bevern noch bis Sonntag, 25. November, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 15 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Ausstellungskatalog, herausgegeben von Christian Leiber, ist im Verlag Jörg Mitzkat erschienen, geb., 248 Seiten, 24,80 Euro.

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