Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Käufer von alter Schule in Dransfeld erläutert Pläne

Lesungen und Ausstellungen Käufer von alter Schule in Dransfeld erläutert Pläne

Drei Jahrzehnte lang diente die Alte Schule in der Bahnhofstraße als Dorfgemeinschaftshaus, dann verkaufte die verschuldete Gemeinde das renovierungsbedürftige Gebäude, um den Ostflügel des Rathauses zu sanieren. Der Käufer: Peter Dimke, ehemaliger Kunstprofessor mit derzeitigem Wohnsitz Berlin. Der 73-Jährige will das Gebäude als Wohnhaus, aber auch für Ausstellungen und Lesungen befreundeter Künstler nutzen.

Voriger Artikel
Friedland: Tierschutz erhöht Minus auf 647 500 Euro
Nächster Artikel
Ja zum Kunstquartier in der Düsteren Straße in Göttingen

Peter Dimke hat die alte Schule in Dransfeld gekauft.

Quelle: Hinzmann

Dransfeld. Schon lange war der gebürtige Hannoveraner, der als kleiner Junge wegen des Krieges von 1943 bis 1946 bei seiner Großmutter in Barterode lebte, auf der Suche nach einem Domizil in Südniedersachsen.

Er hatte sogar schon eigene Entwürfe für einen Neubau erstellt, sagt er, jedoch nicht das passende Grundstück gefunden beziehungsweise festgestellt, dass die Preise in Göttingen „zu hoch“ seien. Auch der Kauf des ehemaligen Exerzierplatzes in Hann. Münden sei gescheitert. Schließlich sei er im Internet auf die Alte Schule gestoßen und habe die Immobilie nach einigen Verhandlungen mit der Stadt schließlich gekauft.

Die ersten Arbeiten um und am Gebäude hat der Künstler, der sowohl malt als auch fotografiert, bereits getätigt, richtig losgehen soll es aber erst Mitte 2016. Dann werde er ausschließlich in seinem neuen Haus leben, kündigt der der ehemalige Professor für visuelle Kommunikation, Fotografie und neue Medien an den Kunsthochschulen Hamburg und Braunschweig an.

Derzeit pendelt er noch zwischen Südniedersachsen  und Berlin. In der Metropole habe es ihm nie so richtig gefallen, auch wenn er dort in einem schicken ehemaligen Industriegebäude auf der Havel-Insel Eiswerder wohnt, wo viele Medienschaffende und Künstler residieren.

Das Grundstück der Alten Schule in Dransfeld ist etwa 1200 Quadratmeter groß, die Nutzfläche des Gebäudes beträgt rund 400 Quadratmeter. Im Obergeschoß, so Dimke, plane er eine Wohnung, ein Gästezimmer für Besucher der Documenta sowie einen Raum für 140 von ihm gemalte Bilder, die wie ein Irrgarten aufgebaut werden sollen und  dann nach Absprache von Besuchern angesehen werden können.

Im Untergeschoß sollen Ausstellungen von befreundeten Künstlern und Lesungen stattfinden. Dimke betont, dass die Veranstaltungen nur teilweise für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Er betreibe kein Gewerbe, eröffne kein Kulturzentrum.

Es freue ihn sehr, dass seine neuen Nachbarn ihn so freundlich aufgenommen hätten, sagt Dimke. „Einige haben mich sogar mit Sekt begrüßt.“ Er freue sich, wieder in der Gegend zu leben, die ihn als Kind so gut aufgenommen habe. Er hoffe, „dass ich ihr etwas zurückgeben kann“.

Von Hauke Rudolph

Voriger Artikel
Nächster Artikel