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Kampfabstimmung um Göttinger SPD-Spitze

Reinert tritt nicht wieder an Kampfabstimmung um Göttinger SPD-Spitze

Die Göttinger Sozialdemokraten müssen einen neuen Stadtverbandsvorsitzenden wählen. Horst Reinert tritt nach vier Jahren im Amt nicht wieder an. Dafür kandidieren  nach Tageblatt-Informationen gleich zwei Bewerber für diesen Posten – wenn nicht noch weitere hinzukommen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Auf jeden Fall wird es eine Kampfabstimmung unter den Delegierten der Ortsvereine während ihrer Versammlung an diesem Mittwoch geben. Das ist eine Luxusvariante in einer Zeit, in der die meisten Parteien kaum noch engagierte Mitglieder finden.

„Mit 60 Jahren reicht es langsam“, erklärt Reinert seinen Rückzug von der SPD-Parteispitze. Außerdem habe er mit seinen Mitstreitern „alles Geplante abgearbeitet“ – von einer guten Kommunalwahl 2011 über die Landtags- und Oberbürgermeisterwahl bis zur Kreisfusion. Er bleibe aber in Weende politisch aktiv, so Reinert. Dort ist er Ortsvereinsvorsitzender. Reinert hatte den Stadtverbandsvorsitz 2010 übernommen, als es an der Spitze personell kriselte.

Für seine Nachfolge treten zwei sehr gegensätzliche Kandidaten an: Christoph Lehmann gilt neben Klaus Wettig als Elder Statesman der Göttinger SPD. Seine Macherqualitäten hat er bisher aber nur im Hintergrund ausgespielt.

„Ein Erfolgsmodell“

Der 65-jährige Anwalt ist seit 42 Jahren Mitglied der Partei, hatte aber keine wesentlichen Posten auf Stadtebene. Von 1994 bis 2012 war Lehmann – neben seiner Tätigkeit als Anwalt – in Berlin allerdings Geschäftsführer der SPD-Immobilienholding Konzentration. Zuletzt hatte er Rolf-Georg Köhler in seinem Oberbürgermeister-Wahlkampf unterstützt. Lehmann ist Mitglied im Ortsverein Ost.

Zweiter Bewerber ist Stefan Niebuhr. Der 42-jährige Postzusteller gilt als Außenseiter, obwohl er seit 13 Jahren aktives Parteimitglied ist und seit sieben Jahren als Vorsitzender den Ortsverein Mitte-Ost leitet – den mit Abstand größten im Stadtverband. „Ein Erfolgsmodell“, sagt Niebuhr selbst und verweist auf einen „doch beachtlichen Mitgliederzuwachs“. „Jetzt habe ich richtig Lust, einen Schritt weiter zu gehen und mit großer Basis- und Bürgerbeteiligung die Kommunalwahl 2016 zu gewinnen.“ 

Lehmann gilt als Favorit, wird als Vertreter der Alt-Genossen um Wettig aus dem Ostviertel aber von jüngeren Mitgliedern und anderen Ortsvereinen auch kritisch gesehen. Niebuhr könnte seinen großen Ortsverein  und die jüngeren Mitglieder für sich verbuchen. Er hatte sich vor ein paar Jahren aber in einer Debatte um Verbindungsstudenten in der Partei mit den Jusos überworfen.

Die Delegiertenversammlung des SPD-Stadtverbandes beginnt am Mittwoch, 24. September, um 19 Uhr in der Jugendherberge, Habichtsweg 2.
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