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Kampfsportler schlägt Straßenschläger

Vor Gericht Kampfsportler schlägt Straßenschläger

Es geht um viel für den 30-Jährigen. Nicht nur eine Freiheitsstrafe droht, sondern die langfristige Unterbringung in der Psychiatrie. Er soll einen Mitbewohner eines Alten- und psychiatrischen Pflegeheimes in Oberode derbe zusammengeschlagen und getreten haben. Weil das im Zustand der Schuldunfähigkeit passiert sein soll und Wiederholungsgefahr droht, soll der Beschuldigte in den Maßregelvollzug.

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In der Verhandlung vor dem Landgericht schweigt der Beschuldigte.

Quelle: Vetter

Oberode/Göttingen. In der Verhandlung vor dem Landgericht schweigt der Beschuldigte. Die Anklage lautet so: Er soll am Abend des 8. November 2013 auf einem Balkon der Station mit 32 psychisch kranken Bewohnern einen Streit mit einem 65-jährigen Patienten gehabt haben. Dabei habe er das Opfer zunächst mit Fäusten geschlagen, mit einem Fußtritt zu Boden gestreckt und dann mit Schuhen und großer Wucht auf den Körper, auf Hände und den Kopf getreten haben. Das Opfer erlitt Schwellungen im Gesicht, Abschürfungen und Prellungen.

Ein Zeuge sagte am ersten Prozesstag aus. Der 58 Jahre alte Altenpfleger war Schichtleiter und stand auf dem Balkon, um zu rauchen. Neben ihm das spätere Opfer. Der Angeklagte, der ein geübter Kampfsportler sei, sei dazu getreten und habe nach einer Zigarette gefragt. Der 65-Jährige habe gesagt: „Du kannst dir welche kaufen, du Fickfrosch.“ Das Wort kommt dem Zeugen nur widerwillig über die Lippen. Den 30-Jährigen habe es so aufgebracht, dass er sofort zugeschlagen habe. Dann habe er ein Bein angewinkelt und gezielt getreten. Als der 65-Jährige – „ein massiver Mensch, früher Straßenschläger“ – umgefallen war, habe der Angeklagte getreten und sich dabei am Geländer festgehalten, um stärker zutreten zu können.

Eingegriffen habe er nicht: „Ich hatte keine Lust, dazwischen zu gehen“, sagt der Pfleger. „Sie hatten Angst?“, fragt Richter August-Wilhelm Marahrens. „Ja!“ Auch heute habe er noch „Respekt“. Alle Mitpatienten hätten vor dem „unberechenbaren“ Kampfsportler Angst gehabt. Er glaube, das komme von den Drogen, die der nehme. Die Frage, ob er mal Drogen beim Angeklagten gesehen habe, verneint der Zeuge allerdings.
Immerhin: Er habe dem Angreifer dann die Hand auf die Schulter gelegt und gesagt „Du hast gewonnen, es reicht“. Da habe der aufgehört. Der Ältere, der sich sonst als „Straßenschläger“ aufgespielt habe, sei wegen der Niederlage sauer gewesen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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