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Anweisung zur „Chordisziplin“

Kantorei St. Jacobi feiert 125-jähriges Bestehen Anweisung zur „Chordisziplin“

Im Jahre 1891 gründete Karl Kayser die Kantorei St. Jacobi. Zum 125-jährigen Bestehen wird am Sonntag, 11. September, um 10 Uhr ein Festgottesdienst abgehalten. Gleichzeitig eröffnet eine Ausstellung, die in 24 Tafeln durch die Geschichte der Institution führt und dabei auch das Chorleben außerhalb der Proben beleuchtet.

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Die Jacobi-Kantorei bei einem Konzert mit der Jenaer Philharmonie im Jahr 2013.Foto: Heller

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Zur Kantorei gehört der Kirchenchor mit etwa 120 Mitgliedern, der in sowohl in Gottesdiensten als auch in Konzerten auftritt und ein- bis dreimal im Jahr große Werke mit Orchester aufführt. Im Repertoire sind neben Chormusik aus dem Barock bis zur Moderne auch A-capella-Stücke zu finden. Die Kantorei ist regelmäßig bei den Internationalen Händel-Festspielen vertreten und trat schon in Krakau, Paris und in Göttingens Partnerstädten Cheltenham und Pau auf. An die 100 Fotos zeigen in der Ausstellung ein lebendiges Bild der Kantorei. Neben der Probenarbeit sind die zahlreichen Konzertreisen der Chöre dokumentiert. Es ging unter anderem nach Brasilien und Tansania. Allein in Göttingen finden etwa 100 Konzerte im Jahr statt, darunter neben Chor- und Kammerkonzerten die wöchentliche Reihe „30 Minuten Orgelmusik am Freitagabend“, die seit 1968 mehr als 1600 Mal veranstaltet wurde.

Chormitglied Hartmut Büscher hat zusammen mit den Kollegen Frauke und Harald Just drei Monate lang an der Schau gearbeitet. „Die Komposition der Fotos auf den Plakaten war der schwierigste Teil der Arbeit“, sagt Büscher. Dabei half Christian Scholl, Privatdozent für Kunstgeschichte an der Universität Göttingen und ebenfalls Mitglied im Chor, mit seiner Erfahrung.

Den Probenalltag belegen mehrere Originaltexte, darunter Zeitungsartikel und eine Anweisung zur „Chordisziplin“. „Sehr witzig sind Entschuldigungsbriefe von Chorsängern“, sagt Büscher. Neben der üblichen Erkältung wird da einem Sänger ein Geschwür am Fuß zum Verhängnis. Das Material stammt aus den Archiven der Kantorei selbst, der Gemeinde, der Stadt und aus privaten Quellen.

Jeweils zwei Tafeln sind den „drei großen Kantoren“ gewidmet, wie Büscher sie bezeichnet. Nachdem im zweiten Weltkrieg zeitweise der Hausmeister des Auditoriums als Chorleiter herhalten musste, übernahm Hans Jendis 1951 erstmals hauptamtlich die Stelle. Ihm folgte 1979 Arwed Henking. und seit 2001 ist nun Stefan Kordes im Amt. Neben ihrer Biografie ist auf einer weiteren Tafel jedes einzelne Konzert aufgelistet, das die Kantoren in ihrer Wirkungszeit geleitet haben.

Die Ausstellung gibt einen authentischen Einblick in die nichtöffentlichen Seiten des Chorlebens der Jacobi-Kantorei. Ein Foto des Chores in Aktion zeigt mit eingekreisten Köpfen und gestrichelten Linien die Paare, die sich durch den Chor gefunden haben. Eine andere Tafel präsentiert lustige Sprüche, die im Probenalltag gefallen sind: „In diesem Satz wird überhaupt nicht geatmet!“. Deutlich wird dabei, dass hier die Freude an der Musik und am gemeinsamen Gesang im Mittelpunkt steht.

Die Ausstellung ist bis Freitag, 25. November, täglich von 11 bis 15 Uhr zu sehen, sonnabends und sonntags bis 18 Uhr.

Von Jana Probst

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