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Karfreitag: Kritik am Tanzverbot

Junge Liberale wollen Regelung abschaffen Karfreitag: Kritik am Tanzverbot

Unmittelbar vor dem Osterfest fordern die Jungen Liberalen (JuLi) in Göttingen und Niedersachsen, das gesetzliche Tanzverbot an den sogenannten Stillen Tagen zu kippen – auch für die Kar-Tage.

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Sind am Karfreitag nach dem Feiertagsgesetz verboten: Tanzveranstaltungen in Diskotheken.

Quelle: dpa

Göttingen. Dabei haben sie vor allem die Gastronomen im Blick, die an Karfreitag und nur eingeschränkt am Gründonnerstag und an Karsonnabend öffentliche Vergnügungsveranstaltungen  anbieten dürfen. Das Anliegen der Christen, ihre höchsten Feiertage angemessen begehen zu können, sei zwar gerechtfertigt, erklärt der Juli-Kreisvorsitzende Niklas Kelting. Aber zugleich sollte auch der restliche Teil der Gesellschaft an solchen Tagen die Möglichkeiten zur freien Tagesgestaltung haben.

Eindeutig gegen den JuLi-Vorstoß positionieren sich die obersten Vertreter der christlichen Kirchen in Göttingen. „Wir wollen nicht als Spaßbremse angesehen werden“, sagt Superintendent Friedrich Selter, „aber wir sollten uns in unserer Gesellschaft gemeinsame Tage der Besinnung gönnen“. Christen würden sich gerade an Karfreitag mit dem Leid und Tod Christi befassen. Aber auch viele andere profitierten davon, wenn es Tage gibt, „die das Gedenken der Schwere in sich haben“.

Feiern könne man an vielen Tagen im Jahr, sagt Selter, und fügt an: „Eine Gesellschaft, die sich nicht traut, das auch mal zu unterbrechen, wird besinnungslos und droht Gefahr, oberflächlich zu werden.“ Ganz ähnlich argumentiert für die katholische Kirche Dechant Wigbert Schwarze. Zum einen sei Ostern das größte Fest der Christen und damit wichtig für etwa Zweidrittel der Gesellschaft.

Zum anderen benötige jeder Mensch „gelegentlich Zeit und Raum, um zu sich selbst zu kommen und sich zu besinnen – egal, ob er gläubig ist“. Ostern biete dabei auch die Gelegenheit, der großen Kernbotschaft des Glaubens nachzugehen und sich selbst zu fragen: „Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?“

Auch wenn er „die ganze Regelung für vorsintflutartig halte“ – er habe kein Problem mit einem Tanzverbot am Karfreitag, sagt Karl Schrader vom Göttinger Rock-Music-Club Exil. Auch wenn er es besser fände, wenn das Verbot nur bis 22 Uhr gelten würde. Dass dieses aber auch noch auf den Sonnabend ausgedehnt werde, sei „völliger Quatsch“. Daran müsse etwas geändert werden. Denn Zeit zur Besinnung gebe es dann immer noch genügend.

Von Andreas Fuhrmann und Ulrich Schubert

Genaue Definition umstritten

Nach dem Niedersächsischen Feiertagsgesetz gehört Karfreitag zu den staatlich anerkannten Feiertagen (Paragraph 2), an denen zum Beispiel ein Arbeitsverbot besteht – von Ausnahmen abgesehen. Darüber hinaus sind am Karfreitag Sportveranstaltungen und Veranstaltungen in Gastronomiebetrieben verboten, die über den reinen Schankbetrieb hinausgehen (Paragraph 6).

Nach Paragraph 9 gilt außerdem: „Am Donnerstag der Karwoche ab 5 Uhr morgens und am Sonnabend der Karwoche sind öffentliche Tanzveranstaltungen verboten.“ Umstritten ist dabei die genaue Definition „öffentlicher Tanzveranstaltungen“. 

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