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„Karlshafen“ schleppt die Weserfähre längsseits

Frisch gestrichen und geputzt „Karlshafen“ schleppt die Weserfähre längsseits

Mit Verspätung, dafür aber längsseits der „Karlshafen“, ist die gereinigte und frisch gestrichene Weserfähre am Montag wieder in Veckerhagen eingetroffen.

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Renovierte Gierseilfähre auf der Weser: Die Karlshafen schleppt die Fähre am Montag an ihren angestammten Liegeplatz in Veckerhagen.

Quelle: Pförtner

Das Schubschiff, das die rund 30 Tonnen schwere Fähre aus Minden abholte, war am Sonntag auf die Leiferder Klippen bei Grohnde aufgelaufen. Das große Fahrgastschiff Karlshafen schleppte dann die kleine Fähre den Rest der Rückreise.

Gegen Mittag tauchte die Karlshafen mit der Fähre an der Seite in der Weserbiegung auf. Eine gekonnte Drehung auf der schmalen Weser – und langsam drückte die Karlshafen rückwärts gegen den Strom die Fähre an ihren Liegeplatz. Der frühere Fährmann Dieter Sperber und der Nachbar Peter von Boehn vom Hotel Peter halfen die Gierseilketten an Bord zu bringen. Die Akkus der Fähre müssen jetzt noch 24 Stunden aufgeladen werden, spätestens am Mittwochmorgen soll der Fährbetrieb wieder laufen.

„Ich bin froh, dass sie wieder da ist“, sagte Benjamin Bolte. Der Sohn des Fährmanns Reinhard Bolte muss mit seinem Mitarbeiter Carsten Munk der Fähre noch den letzten Schliff verpassen – Rettungsmittel, Außenbordmotor und Sitzbänke installieren. Zehn Wochen war das Schiff zur Überholung in Minden. Unter anderem wurde der Boden sandgestrahlt und gestrichen. Zweieinhalb Wochen lang davor war wegen Hochwassers auch kein Fährbetrieb möglich. Täglich fährt der 26-Jährige nun über die Weser, bei Bedarf von morgens bis abends.

Die über 650 Jahre alte Fährstelle an der Weser zwischen Hessen und Niedersachsen ist eine der ältesten noch betriebenen Anlagen bundesweit. Die Gierseilfähre wird für den Fahrzeug- und Personentransport ohne Motorkraft betrieben. Sie wurde 2001 gegen eine neue, vom Land Hessen beschaffte ausgetauscht. Sonst wäre der Fahrbetrieb zu Ende gewesen. Die nächsten Brücken liegen 16 Kilometer entfernt in Hann. Münden und zwölf Kilometer im Norden in Gieselwerder. Die Fähre in Oedelsheim fährt nur am Wochenende.

In der Woche ist die Hemelner Fähre von 6.30 bis 19 Uhr in Betrieb, sonnabends ab 7 Uhr und sonntags ab 9 Uhr. In der Sommerzeit nach Ostern geht der Fährbetrieb sogar bis 19.30 Uhr. Ein Autofahrer zahlt zwei Euro, ein Biker 1,50 Euro, und ein Radler ist mit einem Euro für die drei Minuten Fährzeit dabei.

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