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Karpfen geht in letzter Minute an den Haken

„Angelkönig“-Wettbewerb in Wolbrechtshausen Karpfen geht in letzter Minute an den Haken

Fast wären die Karpfen im Dorfteich ungeschoren davongekommen. Doch ein paar Minuten vor Schluss des Kampfs um den Titel des Wolbrechtshäuser Angelkönigs hängt doch noch einer am Haken – ebenso wie ein Stichling, ein Goldfisch und 31 Forellen zuvor an diesem Sonnabend.

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Lauschiger Nachmittag: Kleines Volksfest mit Wettangeln am Wolbrechtshäuser Dorfteich.

Quelle: Vetter

Wolbrechtshausen. Sieger des jährlichen Wettbewerbs ist derjenige, der die meisten Fische fängt. Am Sonnabend wurde Sven Heuchel Angelkönig mit sechs Fischen. Peter Bozek fing vier Fische und wurde Vize.

Außer Forellen, Karpfen und (ausgesetzten) Goldfischen schwimmen auch Rotaugen und Karauschen im Wol-brechtshäuser Dorfteich, die diesmal allerdings unbehelligt blieben. Ebenso erfreuten sich ihres Lebens viele Wolbrechtshäuser, die den sonnigen Angelkönig-Nachmittag am Ufer des kleinen Gewässers genossen.

Unumstritten ist die Veranstaltung allerdings nicht. Für glattweg unzulässig hält sie Willibald Elsner, Vorsitzender des Angelsportclubs Göttingen und der Interessengemeinschaft der Angelsportler in der Region. Seit etlichen Jahren sei nur noch Hegefischen unter Berücksichtigung der Bestandserhaltung erlaubt, nicht aber Wettfischerei, in welcher Form auch immer.

Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren, sagt Elsner, dürfe eine Fischereierlaubnis nur zur Vorbereitung auf die Fischereiprüfung und nur zum Fischen unter Aufsicht fachkundiger Personen erteilt werden. Diese und andere Vorschriften dienten vor allem dem Tierschutz: „Fische sind Wirbeltiere, deren Tötung nur von Personen durchgeführt werden darf, die die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen.“

Einen Brief mit diesen Vorwürfen und detaillierten Hinweisen auf die Bestimmungen des niedersächsischen Fischereigesetzes hatte Elsner vor zwei Jahren an den Wolbrechtshäuser Bürgermeister Werner Thiele (CDU), Ausrichter des Angelkönig-Wettbewerbs, geschickt.

Ausrichter Thiele jedoch ficht die Kritik Elsners nicht an. Zum einen besäßen viele Teilnehmer und Besucher der Veranstaltung ohnehin einen Angelschein. Angler ohne Angelschein sowie Kindern und Jugendlichen stünden daher ausreichend sachkundige Personen zur Seite, die darauf achten würden, dass mit den gefangenen Fischen fachgerecht umgegangen wird.

Von Bestandsgefährdung könne ebenfalls keine Rede sein, meint Thiele: „Drei Stunden im Jahr haben die Fische Stress, weil geangelt wird. Die übrigen 8757 Stunden des Jahres ist Ruhe. Die werden sogar gefüttert.“

Zumindest einer der am Sonnabend gefangenen Fische darf weiterleben. Der aus dem Dorfteich gezogene Goldfisch wurde in einem der vielen Tümpel in den Gärten von Wolbrechtshausen ausgesetzt.

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