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Katastrophe in Japan, Mahnwache in der Region

Andacht und Fürbitten Katastrophe in Japan, Mahnwache in der Region

Die Erdbeben- und Reaktorkatastrophe in Japan beschäftigt weiterhin auch die Menschen in der Region. In Hann. Münden kamen am Mittwochabend, 16. März, rund 200 Besucher zu einer ökumenischen Andacht in die Stadtkirche St. Blasius.

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Ökumenische Andacht in St. Blasius: In Hann. Münden gedenken rund 200 Menschen der Katastrophenopfer in Japan.

Quelle: EF

Die lutherische, die reformierte und die katholische Kirchengemeinde, die islamische Moscheegemeinde sowie Grüne, SPD, CDU und FDP hatten dazu aufgerufen. „Wenn Furchtbares geschieht, wenn Angst, Zorn und Ratlosigkeit herrschen, dann ist es gut, zusammenzustehen und gemeinsam innezuhalten“, sagte Superintendent Thomas Henning.

Der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen, Friedrich Selter, sagte in seiner Andacht während des Kirchenkreistages, der Mensch verliere sein menschliches Maß, wenn die Technik Übermenschliches erfordere. Er forderte den Ausstieg aus der Atomenergie und die Förderung von erneuerbaren Energien. Bei Schicksalsschlägen wie in Japan müsse die Kirche seelsorgerlich wirken und zugleich eine fürbittende Kirche sein, deren Gebet alle Menschen einschließe. Daher gebe es ab Montag regelmäßig um 17.30 Uhr Fürbittandachten in der Göttinger Johanniskirche.

Unterdessen hat der Göttinger Bundestagsabgeordnete und Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann am Donnerstag eine gesetzliche Regelung für die Abschaltung deutscher Atomkraftwerke gefordert. „Die vorläufig befristete Abschaltung kann nicht auf das Atomgesetz gestützt werden, da es weder gravierende Störfälle noch Verstöße gegen Betreiberpflichten gegeben hat. Das Atomgesetz muss deshalb mit einem Abschaltgesetz geändert werden“, sagte Oppermann. Altreaktoren müssten „endgültig“ vom Netz, die Laufzeitverlängerung rückgängig und der Atomausstieg „sorgfältig“ eingeleitet werden. Auch der Rat der Stadt Göttingen befasst sich in seiner Aprilsitzung mit atomaren Notfällen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Japan und dem nur 65 Kilometer von Göttingen entfernten, sich in Betrieb befindenden Atomkraftwerk in Grohnde an der Weser hat die SPD-Fraktion eine Anfrage zu Göttinger Notfallplanungen bei einem Störfall in einem Atomkraftwerk gestellt.

In den kommenden Tagen sind in der Region weitere Demonstrationen, Mahnwachen und Gottesdienste geplant:
• Bittgottesdienst in der Albert-Schweitzer-Klinik Northeim am Sonntag, 20. März, um 9 Uhr.
• Mahnwache und Demonstration für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen am Sonnabend, 19. März, um 11 Uhr am Gänseliesel in Göttingen und Mahnwache am Montag, 21. März, 18 Uhr.
• Andacht der Kirchengemeinde Eddigehausen und ihres Fördervereins am Sonnabend, 19. März, 18 Uhr in der Kirche Eddigehausen.
• Ökumenische Fürbittandachten ab 21. März montags um 17.30 Uhr in der Göttinger Johanniskirche.

Von Michael Brakemeier und Jörn Barke

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