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Kathi beendet Tour um Göttingen

Ziel erreicht Kathi beendet Tour um Göttingen

Kathi geht – nein, sie ist gegangen. Am Sonntag hat die Teilquerschnittgelähmte, die mit ihrem Gang um Göttingen Geld für eine Neuro-Orthese sammelte, ihre letzte Etappe zurückgelegt. Die endete am Gemeindezentrum Rosdorf, wo etwa 100 Menschen die 37-Jährige stürmisch feierten.

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Kathi zieht Bilanz.

Quelle: CR

Rosdorf. Als sie über den roten Teppich schritt, den das Empfangskomitee für sie ausgebreitet hatte, kamen Kathi Kahrstedt die Tränen. Einerseits sei sie froh, dass die anstrengende Tour hinter ihr liege, erklärte die gebürtige Brandenburgerin. Andererseits habe sie in den vergangenen Wochen so viel Positives erlebt, so viele nette Menschen getroffen, so viele schöne Orte und Sehenswürdigkeiten besucht, dass sie es jetzt bedaure, aufzuhören.

 
Wie viele Menschen ihren Gang in Zeitung und Internet begleiteten, habe sie wieder kurz vor der Ankunft in Rosdorf erfahren, als eine Frau sie ansprach. „Ich kenne Sie doch aus dem Tageblatt“, habe diese gesagt und ihr sieben Euro und zehn Cent in die Hand gedrückt – das Wechselgeld vom Brötchenholen.

 
9405 Euro kostet die Neuro-Orthese, die Kathi benötigt, um wieder gehen zu können. Wie viel sie durch ihren Lauf eingenommen hat? 12 600 Euro – der Kauf des medizinischen Hilfsmittels ist also gesichert. Die Differenz von 3195 Euro spendet Kathi zu hundert Prozent der Häuslichen Kinderkrankenpflege Göttingen (Kimbu).

 
Gemäß Streckenplan sollte Kathi, die ihre Tour vor genau sechs Wochen startete, 280 Kilometer zurücklegen. Es wurden 316 – „ich hab´s nicht so mit der Orientierung“, gibt sie lachend zu. Eigentlich sei es unnötig, in den Urlaub zu fahren, erklärt sie, in Südniedersachen gebe es so viel Schönes und Aufregendes zu entdecken.

 
„Ich glaube, dass mich in den nächsten Tagen eine große Leere überfallen wird“, sinnierte Kathi am Ende. Um dann wieder ganz pragmatisch zu werden: „Erst mal muss ich meine Wohnung aufräumen, dazu bin ich in den letzten sechs Wochen nicht gekommen.“ Für die Zeit danach hat die Empfängerin einer kleinen Rente auch schon Pläne: „Ich darf aus rechtlichen Gründen nicht arbeiten – also werde ich ein gemeinnütziges Spendenprojekt starten.“

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