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Kathie Kahrstedt absolviert erste Göttingen-Etappe

Start am Maschmühlenweg Kathie Kahrstedt absolviert erste Göttingen-Etappe

Die erste Etappe ist geschafft. Montagmorgen um 10.30 Uhr ist Kathi Kahrstedt im Maschmühlenweg losgegangen, rund vier Stunden später hatte sie ihr Ziel, die Bioenergieanlage in Jühnde, erreicht. Dort empfingen sie Bürgermeister Dietmar Bode und eine Abordnung der Gemeinde.

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Dank einer Neuro-Orthese kann die querschnittsgelähmte Kathie Kahrstedt (Zweite von links) gehen. Und das tut sie auch: Am Maschmühlenweg startete sie am Montagmorgen eine große Tour.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Fußmarsch war der erste von insgesamt 27, die Kahrstedt, die nach einer Infektion seit zwei Jahren querschnittsgelähmt ist, innerhalb von sechs Wochen zurücklegen will. Mit der Aktion möchte die 36-Jährige Spendengelder für eine knapp 10 000 Euro teure Neuro-Orthese sammeln, die ihr das Gehen ermöglicht, von der Krankenkasse jedoch nicht bezahlt wird.

 
„Wir haben unglaublich viel Spaß gehabt“, berichtete Kahrstedt, die von ihrer Freundin Susi Kindermann begleitet wurde. Das Wetter sei gut gewesen, die Autofahrer seien auf der Landstraße fast alle mit genug Abstand an ihnen vorbei gefahren. Kindermann trug einen Rucksack mit Proviant: Wasser, Hähnchenschnitzel, belegte Brötchen – „die Menge hätte fast für die gesamten sechs Wochen gereicht“, erzählte Kahrstedt lachend.

Ganz ohne Zwischenfall verlief der Marsch dann aber doch nicht. In Mengershausen stieß Freundin Susanne Bauch zu den beiden Wanderinnen. Und gab ihnen, als sie sich in der Nähe von Lemshausen wieder verabschiedete, den Tipp, doch einen anderen Weg zu nehmen, als den, den das Navi anzeigte. Mit dem Ergebnis, dass die beiden Frauen sich plötzlich mitten im Wald wiederfanden. „Wie kann man sich nur so verlaufen?“, erzählten sie nachher. Immerhin hatten sie Glück im Unglück, wie Kahrstedt berichtete: „Wir haben einen jungen Mann namens Jonas getroffen, der uns den richtigen Weg gezeigt hat.“ Er sei wohl auch froh gewesen, die beiden merkwürdigen Wanderinnen schnell wieder loszuwerden, glaubt sie: „So richtig hat er uns unsere Geschichte wohl nicht abgekauft – wahrscheinlich dachte er, wir wären irgendwo ausgebrochen.“ 

 
Fünf Extrakilometer kostete sie ihr Missgeschick, so wurden aus erwarteten 14 dann 19 Kilometer. Die legten sie laut Navi mit einer Geschwindigkeit von 4,8 Stundenkilometer zurück, wobei sie 1500 Kalorien verbrauchten. Am Mittwoch folgt der zweite Marsch, dann geht es von Jühnde nach Friedland. Am Freitag, auf der Strecke Friedland-Ziegenhagen, wird sich ein Kamerateam von Sat1 auf Kahrstedts Fersen heften. 

 

Von Hauke Rudolph 

Polizei ermittelt in Betrugsfall

Nach dem mutmaßlichen Betrugsfall bei der Präsentation der Spendenaktion für die querschnittsgelähmte Göttingerin Kathi Kahrstedt beim Rosdorfer Lauftag am Sonntag hat das 3. Fachkommissariat der Polizei Göttingen die weiteren Ermittlungen übernommen. Ein Unbekannter hatte sich bei der Veranstaltung als Mitarbeiter des WDR und der „Sendung mit der Maus“ ausgegeben und Kahrstedt die Übernahme der Kosten für ihre Neuro-Orthese durch den WDR in Aussicht gestellt. Später soll sich der Mann in mindestens einem Fall Geld für eine angebliche Spendenaktion des WDR ergaunert haben.  

 
Der Polizei liege geeignetes Bildmaterial vor, sagte Sprecherin Jasmin Kaatz auf Anfrage. Die Beamten prüften jetzt, ob es Zusammenhänge mit weiteren vergleichbaren Taten im Bundesgebiet gebe. Dabei müsse auch untersucht werden, ob es sich immer um denselben Betrüger handele. afu

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