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Katzen-Kastration weiter umstritten

Emotionale Debatte mit Politikern und Bürgern Katzen-Kastration weiter umstritten

Das Ringen um den richtigen Umgang, mit frei lebenden, verwilderten und oft kranken Katzen in Göttingen, geht weiter. Die CDU im Rat der Stadt drängt darauf, die Katzen per Verordnung registrieren und kastrieren zu lassen.

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Streitfrage: Wann sind zu viele Katzen auch Problemkatzen?

Quelle: Theodoro da Silva

Und sie weiß viele Tierschützer hinter sich. Die Verwaltung sowie SPD und FDP setzen stattdessen auf Appelle und Aufklärung. Umstritten ist, ob Göttingen überhaupt ein Problem mit Katzen hat. Nach einer sehr emotional geführten Diskussion – auch mit Bürgern – im Fachausschuss für Ordnungsangelegenheiten vertagten die Politiker aber eine Entscheidung. Sie sollen sich zunächst konkrete Erfahrungsberichte aus anderen Städten holen.

Sie sind krank, verwahrlost, halb verhungert, und es werden immer mehr, klagen Katzenfreunde aus der Stadt und aus benachbarten Gemeinden. Das Katzenhaus Lutter und die Göttinger Katzenhilfe könnten die vielen aufgelesenen Tiere nicht mehr betreuen. Ihr Vorschlag und der der CDU: Per Anordnung sollen alle freien und nicht gekennzeichneten Katzen kastriert werden. Damit hätten auch Hilfsinitiativen die rechtliche Handhabe, den Tieren so zu helfen.

„Zu aufwendig, nicht kontrollierbar und nicht wirklich notwendig“ kontert die Verwaltung. Sie bekam im Ausschuss dabei erneut Rückendeckung vom Kreisveterinär Dr. Bernd Sieslack: „Es gibt in Göttingen keine massenhaften und problematischen Ansammlungen – nirgends“. Es gebe am Stadtrand zwar Bereiche, wo mehrere Katzen vergleichsweise verwahrlost leben. Aber „mit einer lächerlichen Verordnung“ käme man an ihre oft problematischen Halter nicht ran.

Echte Tierliebe fange nicht erst bei vielen leidenden Katzen an, appellierte hingegen eine Katzenliebhaberin aus dem Publikum an die Politiker. Und ihre Seite wiederum bekamen im Ausschuss erstmals auch Rückendeckung von zwei Tierärztinnen. „Natürlich haben wir ein Problem mit Katzen in schlechtem Zustand.“ Sehr oft würden Feuerwehr und Bürger der Stadt in ihrer Tierklinik halb verhungerte und kranke Katzen abgeben – oft sehr junge und sehr kleine. Selbst eine wenig kontrollierte Verordnung würde einen gewissen Druck auf viele Katzenbesitzer ausüben.

Offen ist bisher, ob die von der CDU zitierte Stadt Paderborn mit ihrer Verordnung nach einem Jahr tatsächlich positive Veränderungen registriert. Um das zu klären, will der Ausschuss jetzt einen Vertreter des dortigen Ordnungsamtes einladen und hören.

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