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Kaufmann aus Göttingen importiert zweimal je 30 Kilo Marihuana

76 bunte Luftballons voller Drogen Kaufmann aus Göttingen importiert zweimal je 30 Kilo Marihuana

Die Drogenspürhunde hatten keine Chance: Eingepackt in Folie, versiegelt mit Wachs, hineingestopft in einen großen Luftballon, verstaut schließlich in Gefrierbeutel – so waren 76 Platten Marihuana aus Marokko vor den Riechorganen der Polizeihunde geschützt.

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Bunter Fund aus den Radkästen: Unter anderem in große Luftballons gehüllt waren die Drogen geruchssicher verpackt.

Quelle: Landeskriminalamt

Göttingen. Obendrein hatten die Profi-Dealer die Ballons mit Flüssigseife eingeschmiert, um auch den kleinsten Drogengeruch zu überdecken.

Derart verpackt fielen den Experten der Polizei 35 Kilo Drogen entgegen, als sie die Radkästen eines eigens zum Drogentransport präparierten Toyota-Kombi in der Polizeiwerkstatt öffneten. Das Hauptzollamt Saarbrücken samt Drogenhunden hatte den versteckten Stoff zuvor nicht finden können.

Seit Dienstag muss sich für diesen Drogentransport sowie für eine weitere Beschaffungsfahrt ein 57 Jahre alter Göttinger vor dem Landgericht verantworten. Er hat ein Geständnis abgelegt. Haschisch und Marihuana für einen Straßenverkaufswert von mehr als 900 000 Euro transportierte er bei zwei Kurierfahrten – laut Berechnung des Landeskriminalamtes Niedersachsen mehr als eine halbe Million Konsumeinheiten.

Mehrere Jahre Haft drohen dem Kaufmann mit einem kleinen Laden in der Innenstadt. Seit dem 11. Mai, dem Tag, als ihn der Zoll kontrollierte, sitzt er in Untersuchungshaft.

Eine Nummer zu groß

Angefangen hat alles mit dem Hinweis eines früheren Angestellten des Angeklagten an die Polizei. Der wollte „sein Gehalt nicht mehr aus krummen Geschäften“, so ein Zeuge, finanziert bekommen. Die Göttinger Drogenfahnder nahmen den Beschuldigten dann auch ins Visier, schalteten Telefonüberwachungen, „merkten aber schnell, dass die Sache eine Nummer zu groß ist“. So ein Fahnder des Landeskriminalamtes, das im August 2013 übernahm.

Schnell war klar, dass ein Drogendealer aus Dortmund den Göttinger als Kurier angeheuert hatte. Dreimal, so der Angeklagte, waren Pläne, Drogen von marokkanischen Landsleuten des Dortmunder Dealers zu holen, aber an Schwierigkeiten gescheitert.

Das Landeskriminalamt hörte jedesmal mit. Der Haupttäter hatte dem Göttinger eigens ein großes präpariertes  Auto beschafft, das der auf den Namen seiner schwerkranken alten Mutter in Göttingen zuließ.

GPS-Sender in anderes Auto eingebaut

Am 19. Februar dann aber doch die erste Fahrt. Statt nach Spanien ging es nach Paris, von dort in eine Werkstatt in Brüssel, wo die Päckchen in den präparierten Radkästen versteckt wurden. Dabei wurde ein GPS-Sender am Auto gefunden.

Auf die Idee, dass er von der Polizei stammt, kamen Kurier und Dealer nicht. Sie glaubten, die Hintermänner des Deals wollten sie überwachen. Sie bauten den Sender in das Leihauto des Dealers ein, was die LKA-Beamten verwirrte: vermutetes Drogenfahrzeug und GPS-Signal passten nicht mehr zusammen.

Bei der zweiten Fahrt nach Spanien aber schlug das LKA nach Grenzübertritt zu. Doch der Zoll entdeckte nichts. Erst als das Auto in der Werkstatt demontiert wurde, fand sich der Stoff.

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