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Keine Lebertransplantationen mehr in Göttingen

Individuellere Therapien Keine Lebertransplantationen mehr in Göttingen

Moderne patientenorientierte Versorgungsstrukturen und ihren onkologischen Schwerpunkt will die Universitätsmedizin Göttingen (UMG)  weiterentwickeln. Im Jahr 2015 werden daher weitere interdisziplinäre Zentren eröffnen.

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Ab Anfang Januar wird hier ein interdiszplinäres Leberzentrum gegründet: Universitätsmedizin Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Die moderne Medizin erfordert in der Patientenversorgung heute einen strukturierten interdisziplinären Behandlungsansatz und damit eine sehr enge Zusammenarbeit der verschiedenen Spezialisten und Fachabteilungen“, sagt Dr. Martin Siess, Vorstand Krankenversorgung der UMG.

Die Vorbereitungen zur Gründung eines Zentrums für Darmkrebs, eines für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und eines Leberzentrums seien bald abgeschlossen, so Siess. Das Darmkrebszentrum wird nach der Zertifizierung im kommenden Jahr als ein so genanntes „Organzentrum“ im UniversitätsKrebszentrum Göttingen (G-CCC) gegründet werden.

Zudem ist die Gründung des interdisziplinären Leberzentrums für Anfang 2015 vorgesehen. Dort arbeiten künftig die Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie sowie die Klinik für Gastroenterologie II, die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie sowie das Institut für Pathologie zusammen.

Das Zentrum wird bei der Versorgung von Patienten mit Lebertumoren eng mit dem UniversitätsKrebszentrum kooperieren. Lebertransplantationen werden nicht mehr in Göttingen vorgenommen.

Zielgerichtete und individuelle Maßnahmen

„Die großen Fortschritte in der medizinischen Forschung der vergangenen Jahre haben für Patienten mit Lebererkrankungen entscheidende Änderungen in Diagnostik und Therapie ergeben und den Patienten neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnet“, sagt Prof. Ellenrieder, der die beiden Kliniken für Gastroenterologie an der UMG leitet.

„Die moderne Medizin bietet Patienten mit Lebererkrankungen mittlerweile so viele verschiedene Behandlungsansätze an, dass die Versorgung von akuten und chronischen Lebererkrankungen immer zielgerichteter und damit auch individueller gestaltet werden muss“, so Ellenrieder.

Dies gelte insbesondere für Patienten mit Tumorerkrankungen der Leber, für die ein interdisziplinärer Ansatz bei der Festlegung des besten Therapiekonzeptes zwingend zwischen Chirurgen, interventionellen Radiologen und den spezialisierten Internisten aus Gastroenterologie und Medizinischer Onkologie abgestimmt werden müsse. Das Leberzentrum Göttingen wird über eine eigene Anlaufstelle mit speziellen interdisziplinären Sprechstunden verfügen.

Ab 2015 keine Lebertransplantationen mehr

Rund 4000 Patienten mit schweren Lebererkrankungen werden hier jährlich versorgt werden. Das Zentrum wird ab 2015 selbst keine Lebertransplantationen mehr durchführen. Das LZG arbeitet dafür eng mit den wohnortnahen Transplantationszentren der betroffenen Patienten zusammen.

Die UMG wird bis Anfang 2015 die auf ihrer Warteliste für Lebertransplantationen gelisteten Patienten an eines von vier mit dem Zentrum kooperierenden Lebertransplantationszentren anderer Universitätskliniken übermitteln. In diesen Zentren werden die Patienten während der Wartezeit und bei einem Organangebot sowie die Lebertransplantation betreut.

Bei entsprechendem Wunsch des Patienten kann die Nachsorge in Göttingen erfolgen. Regelungen werden mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie der Unikliniken in Jena, Bonn und Frankfurt getroffen. 

 chb/eb

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