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Keine Vertragskopie, aber Drohung mit Schufa

Ärger mit der Telekom Keine Vertragskopie, aber Drohung mit Schufa

Dirk Winter ist ein ruhiger, bedachter Mann. Derzeit stellt die Telekom seine Geduld allerdings auf eine harte Probe: Nicht nur fordert das Telekommunikationsunternehmen von dem Göttinger eine strittige Nachzahlung in Höhe von mehreren 100 Euro, sondern verweigert ihm und seinem Anwalt die dieser Forderung zugrunde liegenden Dokumente.

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Auseinandersetzung mit der Telekom: Dirk Winter muss derzeit ohne Internet und Telefon auskommen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Außerdem hat ihm das Unternehmen Telefon und Internet abgeklemmt und zuletzt erklärt, es lehne jeglichen Schriftverkehr und sonstige Kommunikation über die Angelegenheit ab. 

Begonnen hatte der Streit Ende 2010. In der Telekom-Stelle im Kaufpark beantragte Winter, den Telefonanschluss seines Vaters Gerhard auf ihn umzuschreiben und um einen Internet-Zugang zu erweitern. Die Telekom schickte daraufhin die notwendigen Geräte, allerdings immer noch an Gerhard Winter. Auch dabei: ein TV-Receiver, dessen Sendung Winter umgehend reklamierte. Nicht dabei: die Vertrags- und Internet-Zugangsunterlagen zur monatlichen Rechnungsüberprüfung.

Über das Service-Telefon der Telekom, sagt Winter, sei ihm mehrfach die Abholung des Receivers zugesagt worden, was jedoch nie geschah. Weil jedoch die abgebuchten Beträge in Ordnung und plausibel waren, ging Winter der Sache nicht weiter nach.

Allerdings nur bis zum März 2012, als Winter von einer zunächt fernmündlich übermittelten Nachforderung in Höhe von 544 Euro überrascht wurde. Die Telekom, so die Anruferin, habe versäumt, die Gebühr für den laut Winter niemals bestellten TV-Empfang in Rechnung zu stellen. Der zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich verärgerte Telekom-Kunde machte die entsprechende Abbuchung rückgängig und forderte eine nach Gebühren für Telefon, Internet und TV aufgeschlüsselte Rechnung und eine Kopie des 2010 abgeschlossenen Vertrages. Beides kam nicht. Nach diversen Mahnungen schaltete Winter einen Anwalt ein. Der forderte die Telekom mehrfach und bis heute vergeblich auf, die Forderung aufgeschlüsselt zu belegen. Als Winter sich weiterhin weigerte, die nicht belegte Forderung zu bezahlen, drohte ein Telekom-Mitarbeiter fernmündlich mit einem Schufa-Eintrag, beschwert sich Winter.

Am Ende eines weiteren Hin und Hers erklärte die Telekom, in der Sache auf keinerlei weitere Schreiben Winters oder dessenAnwalts zu reagieren, kündigte Winter unter Umgehung des anwaltlichen Mandats den nicht übersandten Vertrag fristlos und schaltete Telefon und Internet ab.
Vorerst letzte Entwicklung: Erst als das Tageblatt bei der Telekom nachfragte, übersandte das Unternehmen zwar nicht die gewünschte Vertragskopie, wohl aber eine „Auftragsbestätigung zu Ihrem Auftrag vom 18. 10. 2010“ ohne die Unterschrift, die Winter beim damaligen Vertragsabschluss leisten musste.

Dieses Dokument wurde offenbar nachträglich erstellt: Während alle Telekom-Sendungen in dieser Zeit an Gerhard Winter“ gerichtet waren, ist die Auftragsbestätigung an Dirk Winter adressiert. Jetzt erwägen Winter und sein Anwalt gerichtliche Schritte.

Telekom wenig kompromissbereit

Auf Tageblatt-Anfrage zu Dirk Winters Problem zeigt sich die Telekom weiterhin wenig kompromissbereit. „Herr Winter ist am 18. Oktober 2010 in das Vertragsverhältnis seines Vaters Gerhard Winter eingetreten“, erklärt Telekom-Sprecher Lorenz Steinke. „Die entsprechenden Zugangsdaten hat der Kunde von uns auf dem Postweg erhalten. Für dieses Vertragsverhältnis gibt es kein Widerrufsrecht. Somit besteht hier ein Vertrag mit einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.“ Eine Abholung von Endgeräten wie beispielsweise Winters TV-Receiver „können wir leider nicht anbieten“.

Steinke weiter: „Aufgrund der offenen Forderungen steht das Vertragsverhältnis zur Zeit vor der fristlosen Kündigung. Hierüber hatten wir den Kunden schriftlich informiert und ihm eine Rückrufnummer für Fragen zu den offenen Forderungen mitgeteilt. Eine Aufschlüsselung nach Telefon-, Internet- und TV-Kosten ist allerdings nicht möglich, da der Kunde auf eigenen Wunsch ein Komplettpaket gebucht hat, bei dem es keine Einzelposten gibt.”

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