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Kidsgo verteilt Leser-Geschenke an Flüchtlinge in Friedland

Eltern-Magazin Kidsgo verteilt Leser-Geschenke an Flüchtlinge in Friedland

Zum fünften Mal hat Kidsgo, der Göttinger Verlag des gleichnamigen Magazins für junge Eltern, Geschenke seiner Leser an Flüchtlingsfamilien im Grenzdurchgangslager Friedland verschenkt: einen ganzen Bulli voller liebevoll gepackter Präsente. Sie wurden den Helfern aus den Händen gerissen.

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Quelle: ck

Friedland/Göttingen. Es dauert nur Sekunden: Kaum ist die Heckklappe geöffnet, der obenauf liegende Buggy herausgehoben, da greift eine junge Mutter, Flüchtling aus Syrien, schon zu. Auf dem einen Arm das Baby, mit dem anderen den Buggy gefasst. Gleich übernimmt der Vater, zieht die kaum gebrauchte Kinderkarre erst einmal abseits in Sicherheit - und Minuten später schieben Mutter und Baby mit strahelnden Augen davon in Richtung Flüchtlingsunterkünfte. Unterdessen werden auch die anderen Geschenke in einer turbulenten Aktion rund um den belagerten Bully verteilt.

Doch es sind nur wenige Kinderwagen und Karren. "Viel zu wenige", sagt Geschäftsfühbrerin Barbara Hirt, die die Spendenaktion ins Leben gerufen hat. Gern würde sie mehr Baby-Gefährte mitnehmen und an Flüchtlinge verschenken. Eigentlich geht es in erster Linie um ein Symbol, einen Willkommensgruß von Eltern an Eltern. Ein liebevoll verpacktes Geschenk einer Leser-Familie an ein Flüchtlingskind soll es sein, individuell verpackt und mit dem etwaigen Alter des bedachten Kindes versehen. Dazu ruft Kidsgo auf.

Bei den vergangenen Verteil-Aktionen, als das im Lager noch zu organisieren war, brachten die Kidsgo-Helfer die Päckchen in den Kindergarten, verteilten in Muße an ausgewählte Kinder. Doch dazu hat im völlig überfüllten Lager niemand mehr Zeit. Kleiderkammer und Friedlandhilfe sind völlig überlastet. Spendenangebote, die mit Arbeit verbunden sind, kann keiner annehmen. Wer glaubt, man könne gebrauchte Möbel los werden, weil doch so viele Betten gebraucht würden, der irrt. Die Menschen schlafen auf Notbetten des Katastrophenschutzes. Für Möbel ist gar kein Platz.

So mussten auch die Kidsgo-Mitarbeiter ihren VW-Bus voller Geschenke vor dem Haus der Friedlandhilfe selbst verteilen. Eine turbulente Aktion - jeder wollte etwas abbekommen. Anfangs viele glückliche Gesichter, am Ende Tränen bei Kindern, die nicht das Glück hatten. Helferin Jana Herbst war klug beraten, ein paar Plüschtiere zurückzubehalten, um damit Tränen zu trocknen. Und dann sieht man, wie auch in der Not die Flüchtlinge sich untereinander helfen: Hier wandert ein für ein Baby verpacktes Paket weiter an die Mutter eines Neugeborenen, dort gibt ein kleines Mädchen ihr Blechauto einem gleichaltrigen Jungen ab. "Herzlich Willkommen bei uns in Deutschland", steht auf dem Beipackzettel in acht Sprachen.

  Weitere Infos zu kidsgo und der Geschenk-Aktion im Internet unter
kidsgo.de/geschenke
   
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