Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Kiessee in Göttingen künftig ohne Landschaftsschutz?

Neuer Flächennutzungsplan Kiessee in Göttingen künftig ohne Landschaftsschutz?

Der Kiessee liegt künftig nicht mehr im Landschaftsschutzgebiet. So jedenfalls sieht es der neue Flächennutzungsplan vor, der zur Zeit von der Stadtverwaltung Göttingen aufgestellt wird. Im Flächennutzungsplan wird definiert, welche Gebiete künftig für Wohnen, Erholen, Natur oder Gewerbe genutzt werden dürfen.

Voriger Artikel
Großer Tag der offenen Tür bei Rosdorfer Feuerwehr
Nächster Artikel
Stadtverwaltung Göttingen einstimmig für Erdkabel

Soll künftig nicht mehr im Landschaftsschutzgebiet (LSG) liegen: Der Kiessee in Göttingen.

Quelle: Vetter

Göttingen. Bislang lag der Kiessee im Landschaftsschutzgebiet (LSG). Ziel der Verwaltung ist es, künftig leichter kleinere Veränderungen ausführen zu können.

„Wenn wir die Naherholungsqualität erhalten wollen, müssen wir auch mal etwas machen dürfen“, sagt Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). Beispiel: Im Süden des Sees wird das Naherholungsgebiet erweitert, werden Wege und neue Bachläufe angelegt.

Bislang muss für jede Umgestaltung ein bürokratisches Verfahren eingeleitet werden. Das gilt auch, wenn beispielsweise der Zulauf ausgebaggert werden soll, um die Frischwasserzufuhr zu erhöhen. Damit kann laut Verwaltung ein Umkippen des Sees verhindert werden.

„Zweck eines Landschaftschutzgebietes ist die Sicherung des Landschaftsbildes“, erklärt Stadtbaurat Thomas Dienberg (parteilos). Wenn ein Gebiet daraus entlassen wird, könne man dort beispielsweise Garten- oder Landschaftgestaltungsarbeiten auch ohne gesonderte Verfahren ausführen.

„Es geht hier nicht um eine weitere Bebauung oder dergleichen“, so Dienberg weiter. Auch der Bau von Straßen sei, wie jeder Neubau, sowieso durch Planungsrecht jenseits der LSG-Verordnung geregelt. Dienberg lobt die Zusammenarbeit von Kiesseenutzern, Umweltverbänden, Politik und Verwaltung, die erst kürzlich gemeinsam einen Kompromiss erarbeitet haben. Inhalt war die Nutzung von Drachenbooten auf dem Kiessee.

Dem Naturschutz verschrieben

Auch künftig soll der Kiessee vor allem eines sein: „Ein Naherholungsgebiet“, so der Stadtbaurat. Ein Landschaftschutzgebiet habe ja nichts mit Artenschutz zu tun und es sei nicht das Ziel, den Naturschutz zu reduzieren.  Denn: „Der Kiessee ist für die Menschen da und  nicht nur für die Wasservögel“, sagt Köhler (SPD).

Der Wassersportverein Waspo begrüßt die Pläne, den See aus dem Landschaftsschutz zu entlassen. „Wir haben uns ja sowieso schon dem Naturschutz  verschrieben, das lernen schon unsere jüngsten Mitglieder“, sagt Gerd Bode vom Verein. Vor allem die Sicherung der Wasserqualität des Sees sieht er als Ziel. „Der See verkrautet zur Zeit schon wieder massiv“, so Bode. „Es muss anderes Wasser in den See“.

Ähnlich sieht das der Vorsitzende des Angelvereins Göttingen, Udo Hillebrand. Auch er sieht die Sicherung der Wasserqualität als Ziel, eine weitere Einleitung von Frischwasser durch neue oder tiefere Zuläufe  sei sinnvoll. „Wenn solche Maßnahmen künftig leichter umsetzbar sind, begrüßen wir das“, so der Angler. Aber: „Wir wollen dem Naturschutz trotzdem nicht die Flügel stutzen.“

Bürgerdiskussion

Die Diskussion über die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes soll mit den Göttinger Bürgern geführt werden. Nach der Auftaktveranstaltung im Jungen Theater, an der rund 150 Interessierte teilgenommen haben, geht es nun weiter Von 18 bis 20.30 Uhr werden die Pläne vorgestellt und zwar: Für den Statdtbereich Mitte/Süd am Montag, 15. Juni, in der Aula des Felix-Klein-Gymnasiums, Böttinger Straße 17.

Für den Bereich Nord am Mittwoch, 17. Juni, in der Weender Mehrzweckhalle, Ernst-Fahlbusch-Straße 20. Für den Bereich Ost am Mittwoch, 1. Juli, im Bürgerhaus Herberhausen, Eulenloch 6, und für den Bereich West am Donnerstag, 2. Juli, in der Mehrzweckhalle Holtenssen, Am Sportplatz 18.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen