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Kinder- und Jugendbuchwoche in Göttingen mit 80 Lesungen

„Ich habe fast alles verstanden“ Kinder- und Jugendbuchwoche in Göttingen mit 80 Lesungen

Schauspieler vom Jungen Theater haben am Donnerstag in einfacher Sprache mit viel Gestik und Mimik Kindern und Jugendlichen aus Sprachlernklassen vorgelesen. Ihre Lesung am Donnerstag für Schüler der Göttinger Voigtschule und Käthe-Kollwitz-Schule war Teil mehere Veranstaltungen zur Kinder- und Jugendbuchwoche in Göttingen.

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Quelle: Gilster

Göttingen. Mit Requisiten, Mimik- und Sprachspiel gestalteten die Schauspieler, Karsten Zinser, Peter Christoph Scholz und Jan Reinartz, am Donnerstag ihre szenische Lesung aus dem Buch „Ziemlich beste Freunde“ von Phillipe Pozzo di Borgo. Die 12 bis 18-jährigen Schüler lachten viel und hörten gespannt zu. Die meisten von ihnen sind erst seit wenigen Monaten in Deutschland: Sie kommen aus Ländern wie Syrien, Eritrea, Irak, Afghanistan, dem Libanon und Somalia.

Am Ende der Lesung standen sie einzeln auf, bedankten sich für die Lesung und dafür, dass sich die Schauspieler Zeit für sie genommen haben. Stolz erzählte ein Zuhörer: „Ich habe fast alles verstanden – zumindest im Zusammenhang. Und die Geschichte war echt toll.“ Einer wollte gleich wissen, ob es ein Hörbuch von den drei Schauspielern gäbe und wo er das Buch bekommen könnte.

80 Lesungen mit acht Autoren wurden gab es seit Beginn der Woche in etlichen Schulen und Kindergärten in den Landkreisen Göttingen und Northeim. Organisiert wird das Projekt von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaften (GEW). Die szenische Lesung in einfacher Sprache wurde dabei nicht nur für die Schüler der Sprachlernklassen ausgerichtet, sondern auch für behinderte Kinder und Erwachsene. Ziel des Projekts sei es, Literatur für Kinder lebendig zu machen. Sie sollen die Autoren kennenlernen und so zum Lesen inspiriert und motiviert werden, erklärt die GEW in ihrer Ausschreibung. 

Die diesjährige Kinder- und Jugendbuchwoche stand unter dem Motto „Ich kann (auch) anders – Anderssein hat viele Gesichter“ und befasste sich mit Menschen, die anders sind – eine Behinderung oder Sprachlernstörung haben. „Es sollten aber nicht nur die Helden der Bücher solche Personen sein, sondern es sollte damit auch die Zielgruppe angesprochen werden“, sagte Marion Zweckstetter, Projektleiterin der Buchwoche.

Durch die einfache Sprache solle die Teilhabe an Literatur erleichtert werden, aus diesem Grund seien einige Lesungen auch in Gebärdensprache übersetzt worden. „Durch den Kontakt zu einer Lehrerin der Voigtschule kam die Idee auf, die Lesung in einfacher Sprache für Schüler anzubieten, die gerade erst dabei sind Deutsch zu lernen. Das war ein voller Erfolg, die Schüler waren wirklich begeistert“, resümiert die Projektleiterin.

Von Kira Gilster

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