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Kinder untersuchen Teich am Weendespring in Göttingen

Egel, Larven und Stichlinge Kinder untersuchen Teich am Weendespring in Göttingen

So leicht lassen sich die Tierchen auch mit Keschern nicht fangen: Sie sind flink, verstecken sich zwischen Algen. Und manche sehen so ungewöhnlich aus, dass Jan, Sebastian, Derya und die anderen Kinder sie gar nicht sofort als Wassertierchen erkennen. Aber richtige Forscher lassen sich nicht so schnell entmutigen.

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Was schwimmt denn da? Clemens (7) mit den BUND-Mitarbeitern Tobi Weinrich und Hermann Merkord (von rechts) am Labor-Tisch .

Quelle: Heller

Weende. Die sieben- bis elfjährigen Kids suchen und keschern unermüdlich weiter im Teich an der Weender Springmühle – und sie staunen immer wieder: Schnecken mit großen dreieckigen Ohren finden sie, oder Mückenlarven, die aus Sand, Steinchen und Pflanzenteilen röhrenartige Köcher als Wohnhaus bauen.

Die Kinder gehören zu den jungen Naturforschern des BUND und der Biologischen Schutzgemeinschaft (BSG) in Göttingen. Regelmäßig erkunden sie die Natur, bauen Nistkästen und kochen im Freien am Lagerfeuer. Am Sonnabend untersuchten sie das Wasser des Quellteiches Weendespring – mit vielen Überraschungsmomenten.

Sebastian (11) staunt über die fies aussehenden Libellenlarven. Niklas (6) bringt aufgeregt einen Rückenschwimmer-Käfer zur improvisierten Forscherstation auf einem Klapptisch. Und Jan gibt ohne Umschweife zu, dass er die glibberigen Hundeegel nicht unbedingt anfassen muss. Weniger Berührungsängste haben die Kinder mit den Fischen – kleine und große Stichlingen.

Verblüffender Bachflohkrebs

Sie alle beweisen: Der Teich ist ganz schön sauber – „mindestens Güteklasse II“, erklärt die Studentin und ehrenamtliche BUND-Mitarbeiterin Wiebke Lüders. Dass die Kinder dann auch noch einen kleinen Bachflohkrebs finden, verblüfft sogar ihren Mitstreiter Tobi Weinrich.

Die kleinen Forscher begreifen schnell, dass manche Wassertiere und Pflanzen nur in sehr gutem Wasser leben können. Der Saprobien-Index, bei dem man die Lebewesen bestimmt und zählt, gibt Hinweise auf die Gewässerqualität, erklärt Weinrich.

Schwerer fällt es dem angehenden Waldbiologen, den Kindern alle Details der chemischen Wasseranalyse mit den vielen verschiedenen Stoffen aus dem Laborkoffer zu erklären. Mit Seraina (10) hat er eine tolle Assistentin, bei einem früheren Besuch im Göttinger X-Lab hat sie gut aufgepasst und weiß, was es mit sauren und alkalischen Werten bei der PH-Bestimmung auf sich hat.

„Die Tiere sollen schnell wieder zurück in den Teich“

Gemeinsam mit Niklas, Derya und Clemens gibt sie verschiedene Lösungen tröpfchenweise in die Wasserproben. Und wenn sich das Wasser dann grün, gelb oder nach einer schwarzen Zwischenstufe wieder klar verfärbt, können sie aus Tabellen Zahlen ablesen: PH-Wert 7,5 – das ist gut, nicht zu sauer oder alkalisch, sieben wäre topp. Zehn Milligramm Nitrat je Liter – „auch o.k.“, sagt Weinrich.

Denn Nitrat sei wichtig als Nahrung für Pflanzen. Zu viel schade allerdings auch. Und ein Sauerstoffanteil von sieben Milligramm belegt zusätzlich, dass dieser Teich sauber und ziemlich gesund ist. „Da bin ich aber froh“, sagt Niklas und fügt an: „Die Tiere sollen schnell wieder zurück in den Teich.“

Infos über die Naturforscher unter Telefon 05 51 / 5 61 56 oder per E-Mail an Naturforscher@bund-goettingen.de.

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