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Kinderfeuerwehr Lippoldshausen distanziert sich von Edathy-Zuwendung

Göttingen Kinderfeuerwehr Lippoldshausen distanziert sich von Edathy-Zuwendung

Im Gegensatz zum Landesverband der Jugend- und Kinderfeuerwehren (NJF) distanziert sich die Kinderfeuerwehr Lippoldshausen von einer Zuwendung der 5000 Euro, die der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy als Geldauflage an den NJF zahlen muss. „Wir werden keinen Cent davon annehmen“, kündigt die Leiterin der Lippoldshäuser Kinderfeuerwehr, Melanie Baumbach, an.

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Sebastian Edathy

Quelle: dpa

Lippoldshausen/Göttingen. „Dieses ist ein absoluter Imagschaden für unsere Jugendarbeit“, sagt sie. Für sie wäre es „schrecklich“, sagt sie, wenn sie dieses Geld für die Arbeit der Kinderfeuerwehr verwenden sollte.

Sven Töhl, stellvertretender Jugendfeuerwehrwart in Lippoldshausen, schließt sich Baumbachs Ablehnung an. „Wir sollten uns alle gegen diese Spende stellen. Nur gemeinsam kann man was gegen solche Menschen erreichen“, sagt er und empfiehlt auf Facebook: „Alle Vereine mit Kindern sollten das Geld ablehnen.“ Der Kinderschutzbund Niedersachsen hatte die Annahme des Geldes abgelehnt.

Mit ihrer Auffassung steht Baumbach nicht alleine da. In den sozialen Netzwerken erntete der NJF „einen regelrechten Shitstorm“, wie Kreis-Jugendfeuerwehrwart Alexander Otte festgestellt hat. Zusammen mit seinen vier Stellvertretern im Landkreis Göttingen kam Otte überein, dass die Annahme des Geldes aus einem Kinderpornografieprozess einen Beigeschmack habe und die Kreisjugendfeuerwehr Göttingen die Annahme abgelehnt hätte. Andererseits werde das Geld vom NJF gut investiert und werde zu 100 Prozent in Präventionsarbeit verwendet, betont Otte.

Die Landesjugendfeuerwehrwartin Anke Fahrenholz hatte keine Bedenken, das den Jugendwehren zugewiesene Geld aus dem Edathy-Prozess anzunehmen. Der NJF bekomme seit Jahrzehnten Geld aus Gerichtsverfahren. „Jetzt im Fall Edathy kein Geld anzunehmen, das wäre Doppelmoral“, argumentierte sie. Der Verband will mit dem Geld sein Präventionskonzept im Bereich Kindeswohlgefährdung ausbauen und „weiterhin seinen Schutzauftrag gegen einen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen konsequent erfüllen“.

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