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Kinderstimmen aus Göttingen zum Streik der Erzieher

„Das ist blöd“ Kinderstimmen aus Göttingen zum Streik der Erzieher

Seit drei Tagen werden die städtischen Kitas bestreikt. Eltern suchen sich andere Möglichkeiten ihre Kleinen zu betreuen, bilden Gruppen oder können Notfallangebote wahrnehmen. Wegen der geschlossenen Kindergärten sind vormittags die Göttinger Spielplätze stärker besucht. Aber was sagen die Kinder eigentlich selbst dazu?

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. . Lisa, vier Jahre, meint: „Das ist blöd. Der Kindergarten hat ja zu, weil die mehr Geld wollen. Jetzt spiele ich alleine.“ Auf dem Spielplatz am Jahnstadion hat sie aber Mila, 3 Jahre, gefunden. Die beiden schaukeln jetzt zusammen. Auch Mila kann nicht in ihren Kindergarten gehen. Lisa ergänzt: „Der Kindergarten hat ja ganz lange zu,“ da habe sie nun mehr Zeit zu Hause. Ihre Mutter erläutert: „Lisa versteht schon, dass die Kita zu hat. Aber es ist schwer zu erklären, dass ich nicht sagen kann bis wann die Kita geschlossen bleibt.“

Julia, Anuk und Rieke, alle sechs Jahre alt, schaukeln wie wild. Rieke findet es gut, dass der Kindergarten geschlossen ist. „So können wir uns mehr verabreden“, erklärt sie kichernd. Ihre Freundin Anuk ergänzt: „Wir haben jetzt zwei Wochen Ferien!“. Julia sagt aber: „Ich finde das nicht so gut. Ich vermisse Kilian, meinen Freund!“ Als sie das hören, rufen alle drei im Chor Namen von Freunden aus der Kita, die sie vermissen.

Jana Knaak ist mit den Freundinnen auf dem Spielplatz. Julia ist ihre Tochter. Die Drei gehen in den Kindergarten Instaburger Weg und sie hat die Betreuung für die anderen Beiden mit übernommen. Mit anderen Eltern und einer Tagesoma organisieren sie die Überbrückung. „Ich unterstütze den Streik der Erzieherinnen, aber das geht schon an die Substanz.“ Sie meint weiter: „Im Moment habe ich frei, aber nach Himmelfahrt werde ich fix und fertig in die Arbeit gehen!“

Stefan Holzheu ist Milas Vater. Er findet, dass der Arbeitskampf auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird: „Die Kinder können da nichts dafür. Das darf doch eigentlich so nicht bestreikt werden.“

Von Mathis Richtmann

Aktionen zum Kita-Streik

Am 3. Streiktag der Erzieherinnen in den kommunalen Kindergärten und Sozialarbeiter in vielen anderen Bereichen herrscht nach wie vor in vielen Einrichtungen Ausnahmezustand. In der Region Göttingen haben am Dienstag wieder etwa 260 Beschäftigte der Kreise, Städte und kleineren Kommunen ihre Arbeit niedergelegt. 35 Kitas blieben nach Gewerkschaftsangaben geschlossen. Neben einer Unterschriftenaktion von Eltern in Göttingen gab es in Northeim einen Streik-Flashmob.

„Die Mitglieder und ihre Unterstützer sind total entschlossen und sehr kreativ“, fasste Gewerkschaftssekretärin Frederike Güler die Stimmung am Dienstag zusammen. In der kommenden Woche würden auch die Kitas in Adelebsen, Lödingsen und Dassel bestreikt.  Unterdessen bereiten Verdi und Eltern weitere Streikaktionen vor. Am Mittwoch, 13. Mai, treffen sich Streikende, Gewerkschafter und Eltern mit Kindern um 9 Uhr zu einem Frühstücks-Picknick mit Spielaktionen am und im Neuen Rathaus in Göttingen. Sie Wollen Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) auffordern, sich mehr als bisher bei den Verhandlungsführern der Kommunen in den Tarifrunden für die streikenden Erzieher und ihre Forderungen einzusetzen. Um 10.15 Uhr startet dort ein Demo-Zug zum Gänseliesel, gefolgt von einem Kinderaktionstag ab 11 Uhr auf dem Markt. In Northeim bereiten die Streikenden für Mittwoch eine Aktion auf dem Wochenmarkt vor. An einer „laufenden Wäscheleine“ wollen sie dokumentieren, „was wir alles für Kinder tun“. Beginn ist um 9.30. us

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