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Kinderuni Göttingen: „Lebendige Roboter – Gibt es die?“

Technik, die begeistert Kinderuni Göttingen: „Lebendige Roboter – Gibt es die?“

Kann man Roboter als lebendig bezeichnen? Dieser Frage sind Florentin Wörgötter, Professor des Bernstein-Centers für Computational Neuroscience, und sein Team in der letzte Vorlesung der Kinderuni in ihrem Jubiläumsjahr nachgegangen.

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Florentin Wörgötter zeigt Forscher-Nachwuchs, wie sie kleine Roboter mit der hand steuern können.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Zunächst einmal legt Wörgötter den jungen Studenten nahe, wie man „Lebendiges“ definiert. Was denn alles lebendig sei, fragt er, und warum?

Lebendig sei etwas, wenn es wachsen, sich bewegen, sich anpassen, komplizierte Dinge tun, nachdenken könne und einen komplizierten Körper habe, erklärte Wörgötter. „Komplexität macht das Leben aus, und auch die Roboter sind komplex.“

So sei der Körper des Menschen ähnlich komplex aufgebaut wie das Innenleben eines Roboters – nämlich aus vielen unterschiedlichen Teilen, die zusammenarbeiten. Auch Selbstorganisation und Adaption, also Anpassungsfähigkeit, seien Merkmale von Lebendigem, so Wörgötter.

Er hat mehrere kleine und einen größeren Roboter mitgebracht. Einer von ihnen fährt entlang einer Linie im Kreis. „Das ist so wie bei Ameisen, die einer Duftspur hinterher nach Hause rennen“ erklärt er. Ein anderer Roboter weicht Hindernissen aus. Und wenn geklatscht wird, dreht sich einer der Roboter im Kreis. Und plötzlich klatscht der ganze Saal.

Roboter sind nicht lebendig

Auch einige der jungen Studenten dürfen assistieren. Es möchte natürlich jeder gerne mal einen Roboter steuern. Der große Roboter erinnert stark an eine Spinne. Er krabbelt in Richtung der hellsten Stelle im Raum und weicht dabei Hindernissen aus. Wörgötter macht klar: „Viele Insekten suchen Orte, wo sie sich verstecken können oder wo es warm ist, das ist bei diesem Roboter genauso.“

Dass die Informationsverarbeitung bereits bei einigen Robotern funktioniert, zeigt er am Beispiel eines Videos des humanoiden Roboters Arman III der Universität Karlsruhe. „Er ist zwar relativ einfach gebaut, aber man kann sich mit ihm unterhalten, und er kann einfache Dinge erlernen“, sagt Wörgötter.

Am Ende dürfen die Kinder abstimmen. Etwa zwei Drittel von ihnen sind der Ansicht, dass Roboter nicht lebendig sind. Wörgötter schließt sich ihnen an: „Ich würde auch nicht sagen, dass die heutigen Roboter lebendig sind, aber es geht auf jeden Fall in diese Richtung.“

Spinnen-Roboter kommt am besten an

Es waren richtige kleine Experten in der Vorlesung über Roboter anwesend. Tim Städtler aus Bad Gandersheim hat schon öfters die Vorlesungen der Kinderuni besucht. Bereits seit einem Jahr ist er in einer Roboter-AG. „Deshalb gab es für mich nicht viel Neues“, erzählt er. Trotzdem fand der Neunjährige die Vorlesung „interessant“. Besonders gut gefallen hat ihm, „dass man nach vorne kommen durfte und die Roboter ausprobieren konnte“.

Tim Luca Göbel (11) ist sogar schon seit zwei Jahren in einer Roboter-AG und hat  „schon einmal selbst Roboter zusammengebaut“. Auch für ihn sei nicht viel Neues dabei gewesen. „Außer dem Spinnen-Roboter, so einen habe ich noch nicht gesehen“, sagt der Göttinger begeistert. Bereits seit „zwei oder drei Jahren“ geht er regelmäßig in die Kinderuni. Besonders gut haben ihm dieses Mal die großen Roboter gefallen, „die virtuell gezeigt wurden“, sagt Tim Luca.

Für die Schwestern Nele (9) und Lara Anschütz (11) war es die dritte Vorlesung, die sie gemeinsam besucht haben. Beiden hat die Vorlesung gut gefallen. Besonders gelungen fanden sie,  „dass Roboter zur Vorlesung mitgebracht wurden“, sagt Lara.

Von Pia Goy

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