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Kinderuni in Göttingen: Vom Holzbein zur Hochleistungsprothese

„Normalerweise sind Eltern nicht zugelassen“ Kinderuni in Göttingen: Vom Holzbein zur Hochleistungsprothese

„Ein schwieriges Thema“, sagt Cornelius Frömmel, Professor der Universitätsmedizin Göttingen, zu Beginn seiner Vorlesung über Prothesen. Auf der Leinwand des Hörsaals in der Kinderuni zeigt er ein Bild des niederländischen Malers Pieter Brueghel „Der Krüppel“ und fragt seine jungen Studenten: „Was sagt man, wenn jemand auf Prothesen angewiesen ist?“

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Quelle: Heller

Die Antworten der Kinder reichen von „behindert“ bis „körperlich beeinträchtigt“. „Es ist schwierig, was man heute sagen kann“, bestätigt Frömmel. „Also muss man einfach fragen!“ Eine Möglichkeit wäre: „Er hat ein Handicap.“

„Normalerweise sind Eltern nicht zugelassen, heute schon“, sagt Peter Brammer, Projektleiter der Kinderuni. Es könne nicht eingeschätzt werden wie die Kinder auf „ein schwieriges Thema“ wie Amputationen und Prothesen reagieren. Doch die jungen Studierenden zeigen beim Ausprobieren einer Armprothese keine Berührungsängste und sind von den Möglichkeiten der Prothesen fasziniert.

Sven Zarwin, der seit seinem achten Lebensjahr beinamputiert ist, zeigt den Kindern, wie er mit seiner modernen Beinprothese ohne Probleme laufen und hüpfen kann. Pierre Klaus, der von Geburt an im Rollstuhl sitzt, ist ein begeisterter Tischtennis- und Basketballspieler und erklärt die Funktionen seines speziellen Rollstuhls: „Ein Stehständer der fahren kann.“

Dass es möglich ist, mit Prothesen zu laufen, und im Rollstuhl sogar Basketball spielen zu können, war für Anna, acht Jahre, neu. Nicklas, neun Jahre, faszinierte: „das man mit der Holzprothese extra mitgehen musste, damit sie sich bewegt.“ Die veralteten Holzprothesen zwangen ihre Träger dazu den ganzen Körper einzusetzen, damit das Gelenk „wie ein Türscharnier einklappt“, erklärt Frömmel.

Einige Kinder haben auch auf die Ursachen für schwere Unfälle geachtet. Für Philipp, zehn Jahre, war bemerkenswert wie wichtig es ist, auf die Eltern zu hören, „weil sonst etwas nicht so Schönes passiert.“ „Man sollte nicht immer Quengeln und mal hören was die Eltern so sagen“, rät Frömmel, „da sonst Unfälle passieren, wie dem Herrn Zarwin.“ bl

Foto: Heller

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