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Kinos im Kreis Göttingen boykottieren neuen "Avengers"-Film

Ärger über Filmmieten Kinos im Kreis Göttingen boykottieren neuen "Avengers"-Film

Wenn ab Donnerstag Hulk, Thor, Iron Man und Captain America in dem Blockbuster „Avengers: Age of Ultron“ gegen das Böse kämpfen, dann kämpfen sie nicht auf den Kinoleinwänden der kleinen Kinos wie etwa in der Region in Hann. Münden und Northeim.

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Quelle: Jay Maidment/Marvel/dpa

Göttingen. Ulrich Tolksdorf von den Schiller-Lichtspielen und Torben Scheller, Betreiber der Neuen Schauburg in Northeim, boykottieren wie inzwischen 600 andere Kinos in ganz Deutschland Filme im Verleih des amerikanischen Disney-Konzerns. Grund des Boykotts ist die kurzfristig geänderte die Preispolitik des Disney-Filmverleihs, die ab dem 23. April gilt. Danach verlangt Disney grundsätzlich 53 Prozent des Ticketpreises als Miete von den Kinos, ohne wie bisher auf die Größe des Spielortes Rücksicht zu nehmen. Für Häuser in Orten unter 100 000 Einwohner wie die Neue Schauburg oder die Schiller Lichtspiele eine Erhöhung um sechs Prozent.

„Ein Hammer“, kommentierte Scheller, der weitere Kinos in Hannover betreibt. In einer „Nacht- und Nebelaktion“ habe Disney über die neuen Konditionen schriftlich ohne Vorwarnung informiert. Das Schreiben ist datiert vom 17. April. Es werde schwierig, die Mehrausgaben bei den Kunden wieder einzuholen. Und dass nach teuren Umrüstungen des Säle auf Digitaltechnik und Einführung des Mindestlohnes, wie Scheller anführte.

„Disney als Verleiher war schwierig und wird noch schwieriger werden“, sagte Tolksdorf. Er werde nicht versuchen, die Avengers später nach Bundesstart zu zeigen. „Da mir die Bedingungen noch nicht klar sind“, sagte Tolksdorf. Bislang hätten Großstädte jeden Film zum Start bekommen, „wir kleinen nur ausgewählte“, sagte er. „Wenn ich jetzt jeden Film zum Start bekommen kann, wie die Großen, habe ich gegen eine Verleihmietsatzanpassung nicht wirklich etwas einzuwenden.“

Scheller und Tolksdorf unterstützen bislang den von Kinobetreiber Karl-Heinz Meier aus dem Kreis Diepholz initiierten Boykott. „Wenn ein Verleih diese Konditionen durchsetzt, ziehen die anderen nach“, sagte Scheller. Dann gebe es ein „Kinosterben in der Fläche“, sagte Meier.

Disney hat sich bisher nicht zu dem Thema geäußert. Der Konzern kommentiere vertrauliche Details seiner Geschäftsbeziehungen nicht öffentlich, sagte Petra Strobl von Walt Disney Studios Motion Pictures Germany in einer schriftlichen Stellungnahme.

mit dpa

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