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Kirchenasyl für Flüchtlingsfamilie in Hardegsen

Hoffnung auf Spenden Kirchenasyl für Flüchtlingsfamilie in Hardegsen

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Mauritius in Hardegsen gewährt einer vierköpfigen Flüchtlingsfamilie aus Syrien Kirchenasyl. Die Gemeinde hat nun zu Spenden aufgerufen, um das Asyl weiter ermöglichen zu können.

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Kirchengemeinde St. Mauritius in Hardegsen

Quelle: Archiv

Hardegsen. Laut Pastor Bernd Ranke handelt es sich um eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern im Alter von fünf und zwölf Jahren. Der 45-jährige Familienvater und ein Neffe waren bereits seit Dezember im Kirchenasyl untergebracht. Sie hatten keine Aussicht auf ein Asyl in Deutschland, weil sie über Bulgarien eingereist waren und dort bereits Asyl erhalten hatten. Dort herrschten jedoch unhaltbare Zustände für Flüchtlinge, so Ranke.

 
Der Neffe sei vor zwei Wochen nach Nordrhein-Westfalen weitergezogen, weil er mittlerweile eine Verlobte in Deutschland habe und einen Asylnachfolgeantrag stellen wolle. Dafür sei mittlerweile mit Hilfe der Kirchengemeinde die 32-jährige Frau des Familienvaters mit den beiden Kindern nach Hardegsen gekommen. Das sei möglich gewesen, weil die Frau bereits einen Bruder in Deutschland habe. Nun werde versucht, auch für den Familienvater eine Lösung zu finden. Für ihn sei bereits ein Antrag bei der Härtefallkommission gestellt worden.

 
Da eine Unterbringung der Familie in gemeindeeigenen Räumen mittlerweile nicht mehr möglich sei, habe die Kirchengemeinde für die Familie eine Wohnung angemietet, so Ranke. Insgesamt müsse die Gemeinde für die Betreuung der Familie nun 1200 Euro im Monat aufbringen. Der Pastor geht davon aus, dass diese Hilfe  aber nur für einen begrenzten Zeitraum notwendig sein werde. bar

 

Bundesweit 300 Kirchenasyle, aber keine Rechtsgrundlage

Für ein Kirchenasyl gibt es in Deutschland keine spezifische Rechtsgrundlage. Aktivisten berufen sich auf eine jahrhundertealte Schutztradition in der Vergangenheit, die Freiheit des Glaubens und des Gewissens und nicht zuletzt darauf, dem Asylrecht selbst zur Geltung verhelfen zu wollen.

 
Nach Angaben der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl gibt es bundesweit derzeit knapp 300 Kirchenasyle mit rund 450 Menschen, darunter befinden sich auch knapp 100 Kinder.

 
Bei einem Kirchenasyl nehmen Gemeinden in ihren Räumen zeitlich befristet Flüchtlinge ohne legalen Aufenthaltsstatus auf, deren Abschiebung nach Meinung der Gemeinden mit nicht hinnehmbaren Härten verbunden wäre. Während der Zeit des Kirchenasyls wird der Fall dann noch einmal geprüft – laut Arbeitsgemeinschaft oft erfolgreich, zumal die Behörden das Kirchenasyl meist respektieren. Das erste Kirchenasyl in der Bundesrepublik sei 1983 gewährt worden. bar

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