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Kirchenaustritte nehmen weiter zu

Kirchenkreis Göttingen Kirchenaustritte nehmen weiter zu

Kirchen haben seit Jahren mit sinkenden Mitgliederzahlen und zunehmenden Kirchenaustritten zu kämpfen. Davon ist auch der evangelische Kirchenkreis Göttingen betroffen: Die Anzahl der Kirchenaustritte im Jahr 2016 übersteigt die der Austritte im Vorjahr - wenn auch nur geringfügig.

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Friedrich Selter, Superintendent des Kirchenkreises Göttingen

Quelle: Archiv

Göttingen. „Am Mitgliederschwund durch den demografischen Wandel können wir nichts machen, aber Austritte sind ärgerlich“, sagt Friedrich Selter, Superintendent im Kirchenkreis Göttingen. Interessant ist, dass die Entwicklungen im Kirchenkreis Göttingen nicht den Entwicklungen in der Landeskirche Hannover – zu welcher der Kirchenkreis Göttingen gehört – entsprechen. In einer Pressemitteilung der Landeskirche heißt es, dass 2016 im zweiten Jahr in Folge weniger Kirchenaustritte als im Vorjahr verzeichnet worden seien – 20136 Menschen hätten die Kirche 2016 verlassen, 2015 seien es noch 24486 gewesen. Die Mitgliederzahlen seien trotzdem um 1,75 Prozent gesunken.

„In den Zahlen für den Kirchenkreis Göttingen im Jahr 2016 fehlen noch fünf von 58 Gemeinden“, erklärt Andreas Overdick, Diakon im Kirchenkreis Göttingen. Das müsse bei allen folgenden Zahlen beachtet werden.

Dennoch sind bereits Trends erkennbar: Bereits ohne die fehlenden Zahlen der fünf Gemeinden übersteigt die Zahl der Austritte 2016 die der Austritte im Jahr 2015, für welches alle 58 Gemeinden erfasst sind. 2015 sind von 72550 Mitgliedern 698 Menschen ausgetreten, 2016 wurden 72180 Mitglieder und 699 Austritte verzeichnet.

„Dass die Mitgliederentwicklung in der Landeskirche regional sehr unterschiedlich verläuft“, wie es in der Pressemitteilung der Landeskirche heißt, bestätigt sich für den Kirchenkreis Göttingen. Die Kirchenaustritte haben hier leicht zugenommen. Ob die Mitgliederzahlen überhaupt gesunken sind, lässt sich noch nicht eindeutig sagen. Aber bereits ohne die fehlenden Zahlen für 2016 ist nur ein Rückgang von 0,51 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 zu registrieren.

Eine Erklärung dafür, wie sich der geringe Mitglieder-Rückgang ergibt, obwohl die Austritte angestiegen sind und Taufen (2015: 548, 2016: 496) sowie (Wieder-)Aufnahmen (2015: 94, 2016: 83) abgenommen haben, hat Overdick: „Zuzüge und Wegzüge werden in der Gesamtzahl der Mitglieder berücksichtigt, allerdings nicht in den Zahlen der Austritte und Aufnahmen“, sagt der Diakon. Das bedeutet: Wie viele Kirchen-Mitglieder nach Göttingen gezogen und damit Mitglied des Kirchenkreises Göttingen geworden sind - oder weggezogen sind, und den Kirchenkreis Göttingen damit verlassen haben-, spiegelt sich nur in der Gesamtmitgliederzahl wider. Das lässt die Vermutung zu, dass die Zahl der zugezogenen Kirchenmitglieder in Göttingen höher sein muss als die der weggezogenen.

Obwohl der Kirchenkreis Göttingen im Verhältnis zur Landeskirche Hannover also weniger Mitgliederrückgang zu verzeichnen hat, sind die Austritte angestiegen. Darauf versuchen die Verantwortlichen zu reagieren. „Wir versuchen seit etlichen Jahren, unser Angebotsspektrum zu erweitern“, sagt Superintendent Selter und nennt als Beispiele ökumenische Gottesdienste zu Einschulungen oder beim Gänselieselfest.

Der Gedanke liegt nahe, dass auch das diesjährige 500. Reformationsjubiläum genutzt werden könnte, um Mitglieder zu halten oder neue hinzu zu gewinnen. Daran glaubt Selter aber nicht: „Ich glaube, dass das Reformationsjubiläum sehr positive Auswirkungen hat, was uns verbundene Mitglieder angeht“, sagt er. "Aber ich vermute, dass Menschen, die mit dem Gedanken spielen, aus der Kirche auszutreten, damit nicht erreicht werden." Er glaubt aber, dass dafür ein anderer Aspekt solche Mitglieder eventuell vom Austreten abhalten könnte: „Ich vermute, dass vielen der eher distanzierten Mitglieder klar ist, dass ohne ihre Kirchensteuer weder das diakonische Engagement noch die Kultur- und Bildungsarbeit der Kirche aufrechtzuerhalten ist.“

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