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Kirchenkreis verliert 
700 000 Euro

Risiko-Papiere Kirchenkreis verliert 
700 000 Euro

Ein Verstoß gegen die Anlage-Richtlinien der Landeskirche hat im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen vor einigen Jahren zu einem Verlust von knapp 700 000 Euro geführt. Dieses Ergebnis einer Prüfung der Landeskirche war Dienstagabend, 6. September, Thema im Kirchenkreistag.

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Superintendent Friedrich Selter

Quelle: r

Göttingen. Bei den fraglichen Geldgeschäften geht es um die Verwaltung des Rücklagen- und Darlehensfonds des Kirchenkreises, die durch das Kirchenkreisamt erfolgt. Dort kauften Verantwortliche in den Jahren 2007 und 2008 Papiere, die entsprechende Verluste machten. Das Problem ist laut Landeskirche jedoch nicht, dass mit diesen Anlagen ein besonders hohes Risiko eingegangen worden sei, sondern dass damit insgesamt der zulässige Höchstanteil von risikoreicheren Anlagen überschritten worden sei. Nach der Finanzkrise seien zuvor die auf Sicherheit zielenden Anlage-Richtlinien der Landeskirche 2004 verschärft worden, erklärt der Leiter der Rechtsabteilung, Oberlandeskirchenrat Rainer Mainusch.

Da die Vorgänge mittlerweile verjährt seien, könnten die beiden verantwortlichen Personen heute jedoch weder im Hinblick auf Schadensersatzansprüche noch disziplinarrechtlich belangt werden. Eine Person sei mittlerweile nicht mehr im Amt tätig, die andere in einer anderen Funktion. Aus einem anderen Kirchenkreis der Landeskirche sei ihm ein solches Vergehen nicht bekannt, sagte der juristische Vizepräsident der Landeskirche, Rolf Krämer. Er machte zugleich deutlich, dass der Gesamtschaden letztlich in einer geringeren Verzinsung des Fonds bestanden habe.

In dem Fonds befinden sich laut der heutigen Amtsleiterin Christina Klett rund 27 Millionen Euro. Er sei quasi das Sparbuch des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden. Das Geld werde auf unterschiedliche Weise angelegt. Superintendent Friedrich Selter machte deutlich, dass der Kirchenkreis mit seinen zahlreichen Einrichtungen und mehr als 1000 Beschäftigten einen Rücklagenfonds von solcher Größe brauche. Als Konsequenz aus den Vorgängen wird im Kirchenkreis darüber nachgedacht, wie der Fonds künftig verwaltet werden soll. Zur Diskussion steht auch, den Fonds in eine professionelle Vermögensverwaltung einer kirchlichen Bank zu geben – dann würden allerdings Verwaltungskosten die Rendite schmälern. Außerdem gibt es Überlegungen zu mehr Transparenz und zur Verzahnung der Kontrollgremien. Im Kirchenkreistag sei ernsthaft und sachlich über das Thema diskutiert und der Blick auf die Zukunft gerichtet worden, sagten die Vorsitzende Gunda-Marie Meyer und der Vorsitzende des Finanzausschusses, Martin Ertz-Schander.

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