Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Verunsicherung nach Hin und Her

Kita-Politik der Landesregierung Verunsicherung nach Hin und Her

Nach Protesten der kommunalen Spitzenverbände rückt die Landesregierung von ihrem Plan ab, den Kommunen künftig weniger Fördergeld für den Bau neuer Krippenplätze zu zahlen. Die Göttinger Stadtverwaltung zeigt sich erleichtert, fordert zugleich aber weitere Unterstützung.

Voriger Artikel
Schützenanger bis Juni Sackgasse
Nächster Artikel
Tödlicher Unfall auf A7 bei Göttingen
Quelle: dpa

Göttingen. Ursprünglich sah eine neue Richtlinie vor, dass das Land den Kommunen künftig 9500 Euro statt wie bislang 12000 Euro Fördergeld für jeden neuen Krippenplatz zahlt. Für neue Plätze in der Kindertagespflege sollte sich der Satz von bislang 4000 Euro auf 2500 Euro verringern.

Begründet wurde dies mit gestiegenen Geburtenraten und einem entsprechend höheren Bedarf an Plätzen. Dagegen hatte es massiven Protest bei Kommunen und Opposition gegeben.  Daraufhin ruderte die Landesregierung zurück. Es solle bei der alten Förderung bleiben, teilte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) mit.

„Ich will das Hin und Her gar nicht weiter bewerten, außer dass es natürlich zu einiger Verunsicherung geführt hat“, erklärte Göttingens Jugenddezernent Siegfried Lieske (Grüne) auf Anfrage. „Unterm Strich bin ich froh, dass die alte Regelung beibehalten wird.“

Selbst diese sei aber „nicht hinreichend“, um insbesondere in Städten wie Göttingen, in denen der Druck durch steigende Geburtenzahlen und die weiter steigende Nachfrage insbesondere auf Krippenplätze weiterhin sehr hoch sei, nachhaltig für Entspannung zu sorgen. „Die Investitionszuschüsse helfen zwar, reichen aber nicht aus, um rasch einen Ausgleich zwischen Nachfrage und Angebot herzustellen“, erklärte Lieske.

Bis 2022 will die Stadt Göttingen weitere 235 Krippenplätze schaffen. Davon entfallen auf die

  • Oststadt: 60 Plätze (zusätzliche Krippengruppen im Montessori-Kinderhaus; Umwandlung einer Hort- in eine Krippengruppe in der Kita Lönsweg)
  • Weststadt: 60 Plätze (neue betriebsnahe Einrichtung bei Sartorius; neue Einrichtung des Vereins Kinderhaus mit zwei Krippengruppen)
  • Weende: 35 Plätze (neue altersübergreifende Gruppe sowie zwei Krippengruppen am Deutschen Primatenzentrum)
  • Nikolausberg: 30 Plätze (zusätzliche Krippengruppen am MPI „Am Fassberg“)
  • Geismar: 15 Plätze (zusätzliche Krippengruppe in der Kita Stephanus)
  • Grone: 35 Plätze (neue Krippengruppen sowie eine altersübergreifende Gruppe im ehemaligen EAM-Gebäude)

Für Kinderbetreuung gibt die Stadt Göttingen allein in diesem Jahr knapp 30 Millionen Euro aus. Im Jahr 2021 könnten es nach derzeitigen Planungen bereits gut 33 Millionen Euro sein. Auch wenn bis 2022 weitere 235 Krippenplätze geschaffen werden sollen, nötig wären mindestens 428 Plätze, um den Bedarf komplett zu decken. Das geht aus der aktuellen Kita-Bedarfsplanung hervor.

Trotz der weiterhin fehlenden Krippenplätze gehört die Stadt Göttingen landes- und bundesweit zu den Kommunen mit den höchsten Versorgungsquoten für unter Dreijährige.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Andreas Fuhrmann

Bohrarbeiten in der Düsteren Straße