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Kita-Streik in Göttingen geht in die dritte Woche

Eltern verlieren langsam die Geduld Kita-Streik in Göttingen geht in die dritte Woche

Die dritte Streik-Woche der Erzieherinnen in kommunalen Kindertagesstätten und Sozialarbeiter in den Sozialen Diensten hat am Dienstag begonnen – und ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Bei Göttinger Eltern schwindet langsam das Verständnis für den zermürbenden Arbeitskampf. Einige sind regelrecht verzweifelt.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. „Die Eltern sind am Limit angekommen. Sie werden langsam wütend, dass es nicht voran geht“, sagt Kerstin Hassenklöver, Elternbeiratsmitglied der Kita Lönsweg. Die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände kämen nicht voran, gegenseitig schöben sie sich die Schuld zu. „Das ist ein bisschen wie im Kindergarten“, sagt Hassenklöver. „Die Eltern wollen, dass etwas passiert und der Streik nicht noch bis zum Sommer dauert.“ Dennoch hielten sie noch zu den Streikenden.

Ähnliches berichtet der Göttinger Vater Christian Bach: „Wir sind momentan noch auf der Seite der Erzieherinnen, deren Arbeit gesellschaftlich anerkannt, geschätzt und ordentlich entlohnt werden muss.“ Neben allem Verständnis für die Arbeit von Gewerkschaften und Erzieherinnen „wächst bei den Eltern aber die Wut über das Scheitern von politischen Verhandlungen“. Die Verzweiflung darüber, wer nun die Kinder betreue, sei auf ein „nicht mehr hinnehmbares Maß gewachsen“. Die Stimmung drohe zu kippen, und zwar in die falsche Richtung, sagt Bach.

Nicole Nikolaus, die eine Tochter im Hort-Alter hat, bereitet vor allem die Ungewissheit Sorgen, wie lange der Streik noch dauert. „Für uns Eltern ist das unkalkulierbar.“ Das Problem müsse endlich auf Bundesebene gelöst werden.
Unterdessen macht das Gerücht die Runde, die Gewerkschaft Verdi habe einen Schlichter abgelehnt. Richtig aber ist, dass eine Schlichtung derzeit für beide Streitpartner nicht in Frage kommt. Darauf wiesen Vertreter beider Lager hin.

Zudem gebe es bis heute kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber, sagt die Göttinger Verdi-Gewerkschaftssekretärin Julia Niekamp.  „Wir können nicht in eine Schlichtung gehen, wenn kein Angebot vorliegt.“ Wenn eines vorgelegt werde, könne der Streik sofort ausgesetzt werden. Vor allem die Forderung nach einem echten Angebot ist aber der Arbeitgeberseite ein Dorn im Auge.

Derweil gehen Streik und Proteste unvermittelt weiter. Am Mittwoch, 27. Mai, um 16 Uhr ist ein Kinder-Aktionstag vor dem Neuen Rathaus in Göttingen angesetzt – mit Fischeangeln, Gummistiefelweitwurf und Schminken.

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