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Klagen abgeschmettert

Kein Schadensersatz Klagen abgeschmettert

Tausendfach neue Klagen gegen Verantwortliche der Göttinger Gruppe (GG) einerseits, dutzendfach abgewiesene Schadensersatzansprüche von Opfern der Securenta-Pleite andererseits. Gestern ist die neue, einzig auf Fälle der insolventen GG spezialisierte Zivilkammer des Landgerichts erstmals im größeren Umfang aktiv geworden.

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Alles Securenta-Klagen: Vollgestopfte alte Bibliothek.

Quelle: Hinzmann

Am Morgen schmetterte sie 32 Klagen gegen das ehemalige GG-Vorstandsmitglied Marina Götz erstinstanzlich ab. Mittags dann wurden 15 weitere Schadensersatzklagen gegen verschiedene andere Vorstandsmitglieder verhandelt. Auch hier wurde deutlich: Die ehemaligen atypischen stillen Teilhaber der Göttinger Gruppe und ihrer Tochterunternehmen, die allesamt ihre Alterssicherungs-Einlagen verloren haben, sind praktisch chancenlos, Vorstand und Aufsichtsrat in Regress zu nehmen.

Deutlich machte das Richter Frank Amthauer in den zwölf verhandelten Fällen (drei Klagen wurden zurückgenommen): Zum einen seien Ansprüche aus Prospekthaftung längst verjährt. Drei Jahre beträgt die Frist. Die Abschlüsse waren teils schon 1993 gezeichnet worden. Oft konnten die Kläger nicht einmal vortragen, welche Prospekte ihnen vorgelegt wurden. Das Gericht bezweifelt auch, dass sie überhaupt gelesen wurden. Einige Protokolle machen deutlich, dass die dicken Hefte erst bei Vertragszeichnung ausgehändigt wurden, also gar nicht vorher gelesen werden konnten.

Viel wichtiger aber: Die Prospekte weisen sehr wohl die Risiken der Anlage samt Totalverlust und Nachschusspflicht aus. Auch auf die Position, die Securenta habe ein sittenwidriges Schneeballsystem betrieben, können sich die Kläger nicht berufen. Dem hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig widersprochen; die Zivilrichter schließen sich an.

Trotz der gestern erledigten Klagen warten noch riesige Aktenberge auf das Gericht: 1627 Klagen und eine Sammelklage mit 1819 Klägern gingen erst Silvester 2010 ein. Rund 6500 Geschädigte suchen noch ihr Heil vor Gericht.

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