Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Klein Wiershäuser boßeln mit Teebeutelschleudern und Kartoffellauf

Norddeutsche Spielchen Klein Wiershäuser boßeln mit Teebeutelschleudern und Kartoffellauf

„Hier geht es nicht ums gewinnen“, stellt  Fritz Cohrs klar. Zwar treten beim Boßeln am Sonntag in Klein Wiershausen zwei Gruppen gegeneinander an, doch vielmehr stehe der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt.

Voriger Artikel
Bovenden hat das niedrigste Defizit seit fünf Jahren
Nächster Artikel
Heeresmusikkorps Kassel kommt in die Göttinger Stadthalle

25 Klein Wiershäuser auf Boßeltour.

Quelle: Heller

Klein Wiershausen. Und so haben sich 25 Dorfbewohner samt zwei Hunden am Dorftreff versammelt, um bei herrlichem Wetter norddeutsche Spielchen zu treiben. Auf dem Bollerwagen, den Organisator Arwed von Gfug vorbereitet hat, liegt reichlich Wegzehrung – vom Saft bis zum Schnaps, von der Mettwurst bis zum Keks. Die Teilnehmer der Boßelrunde bekommen blaue oder braune Bändel um den Hals, an denen jeweils ein Plastik-Eierbecher baumelt.

Daraus wird später immer wieder ein Schnäpschen oder Saft getrunken. Kurz bevor sich die Gruppe in Bewegung setzt und den Hügel zum freien Feld erklimmt, fällt dem Cheforganisator ein, dass das Wichtigste noch fehlt – die Boßelkugeln. An der Feldwegkreuzung oberhalb des Dorfes treffen die Männer, Frauen und Kinder wenig später auf Treckerfahrer „Schorse“. Der hat praktischerweise gerade den Seitenstreifen entlang der Boßelstrecke in Richtung Settmarshausen gemäht. Zur Belohnung wird ihm ein Bier gereicht, denn die Gruppe ist sich einig: „Jetzt finden wir die Boßelkugeln besser wieder.“

Es gibt was in den Eierbecher

Den ersten Wurf legt der Arwed von Gfug vor. Es sieht routiniert aus, ist es laut seiner Aussage aber nicht. Die rote Kugel kullert und hopst auf die erste Kurve zu und landet im Gebüsch. Team Blau legt nach, benötigt aber einen weiteren Wurf, um von Gfugs Kugel zu überrunden.

Wenig später stoppt die Gruppe neben einer Weide. Es gibt was in den Eierbecher, vier Rindviecher kommen neugierig heran und schauen zu. Auf ihrem Weg nach Settmarshausen und zurück haben die Boßelspieler viel Spaß – vor allem bei den kleinen Einlagen wie Besenweitwurf, Teebeutelschleudern oder Kartoffellaufen. Am Ende freuten sich alle auf das abschließende Grünkohlessen im Dorftreff.

Mitgemacht haben übrigens nicht nur alteingesessene Klein Wiershäuser, sondern auch Neubürger wie Familie Jöst. Nicole und Alexander Jöst sind mit ihren zwei Töchtern und Sohn Maxime voriges Jahr erst aus dem Siegerland zugezogen. „Wir sind toll in die Dorfgemeinschaft aufgenommen worden“, sagt Nicole Jöst. Geboßelt hätten sie zuvor noch nicht. Macht aber nichts. Dabei sein ist alles, denn „hier geht es nicht ums gewinnen“.

Jeden ersten Sonntag im November treten in Klein Wiershausen zwei Gruppen im Boßeln gegeneinander an. © Heller

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"