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Kleingärten in Göttingen zu Bauland

Wohnraummangel: Grüne im Rat erneuern Vorschlag Kleingärten in Göttingen zu Bauland

Die Grünen im Rat der Stadt lassen nicht locker: Erneut haben der Fraktionsvorsitzende Rolf Becker und der baupolitische Sprecher, Ulrich Holeleisch, angesichts des Wohnraummangels in Göttingen vorgeschlagen, Kleingärten im Göttinger Stadtgebiet als Neubaugebiete zu nutzen.

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Innenstadtnahe Kleingärten: Die Kleingartenkolonie „An der Walkemühle“ weckt von Zeit zu Zeit grüne Begehrlichkeiten. Neues Bauland soll entstehen.

Quelle: Heller

Göttingen. Die Stadt verfüge über mehr als 500 000 Quadratmeter Fläche, die als Kleingärten genutzt werden, hinzu kämen rund 220 000 Quadratmeter Grabeland, sagte Holefleisch am Mittwoch bei einer Diskussionsveranstaltung der Grünen zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes. „Es ist unanständig, nicht über eine andere Nutzung dieser Flächen zu sprechen“, wenn in der Stadt dringend Bauland benötigt werde. Aber die SPD reagiere allergisch auf das Thema, der ehemalige Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) habe regelrecht „Schiss“ vor den Kleingärtner gehabt.

Holefleischs Vorschlag: die innerstädtischen Gartenkolonien an den Stadtrand zu verlegen. Holefleisch glaubt, dass die Kleingärtner „mittelfristig“ zu einem Tausch bereit wären, und beruft sich auf entsprechende Gespräche. Becker brachte etwa die Kolonie „An der Walkemühle“ an der Lotzestraße ins Spiel, in deren Nachbarschaft im Windausweg ein Neubaugebiet entstanden ist.

Der dortige Vereinsvorsitzende Friedel Prohl hält nichts von einem Flächentausch. Gesprochen habe deswegen auch noch niemand mit ihm. Alle 119 Gärten in der Kolonie seien derzeit verpachtet und es gebe eine Warteliste.
„Wir haben ein Dilemma, das müssen wir lösen“, sagte Becker und appellierte an die SPD, das Thema Kleingärten ebenfalls zu diskutieren. Laut Gewos-Gutachten fehlten in Göttingen rund 3900 Wohnungen. Neubauflächen gebe es aber nicht. Gleichzeitig sprach sich Becker dagegen aus, im Süden der Stadt weitere Neubaugebiete auszuweisen. Auch weil diese, sehr weit von den Arbeitsplätzen der Menschen entfernt lägen. Drei Grundsätze verfolgen die Grünen bei der Stadtentwicklung: Innen- vor Außenentwicklung, die „Stadt der kurzen Wege“ und die Zusammenführung von Arbeiten und Wohnen.

Maik Lindemann, Leiter des Fachbereiches Planung, Bauordnung und Vermessung, bestätigte Beckers Aussagen zu den fehlenden Flächen: Baulücken im Stadtgebiet gebe es kaum noch. Und eine Nachverdichtung, also mehr Geschosse und bessere Ausnutzung der Grundstücke, berge in bestehenden Wohnvierteln große Probleme.

SPD für Kleingärten

„Mit uns wird es keine Umwandlung von Kleingärten in Bauland geben“, erklärt der Vorsitzende des Bauausschuss es des Rates Göttingen,  Christian Henze (SPD) als Reaktion auf eine Forderung der Fraktion der Grünen. Die wollten erneut  Kleingärten in Bauland umwandeln. Nach Ansicht der SPD seien Kleingärten wesentlich für ein gutes Innenstadtklima. „Sie dienen als Naherholungsgebiet und sind ein wunderbarer Beweis der Naturverbundenheit und Arbeit ihrer Besitzer, die es zu wahren gilt“, so Sylvia Binkenstein von der SPD. Es gebe schließlich wunderbare Entwicklungsflächen für Bauland im Norden und Westen der Stadt. „Wir kämpfen für eine abwechslungsreiche Stadt mit vielfältigen Sichtbeziehungen. Dies sichert uns Lebensqualität“, so Christoph Lehmann, Vorsitzender der Stadt-SPD. bib

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