Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Kletterpark auf dem Hohen Hagen könnte Grauspechte stören

Gutachten ermittel großes Vorkommen seltener Vogelart Kletterpark auf dem Hohen Hagen könnte Grauspechte stören

Sie sind ebenso scheu wie selten: die Grauspechte. Ein großes Vorkommen dieser Art ist auf dem Hohen Hagen festgestellt worden. Sie brüten im Steinbruch sowie östlich und westlich von ihm. Das zwingt den Investor, der in der Nähe des Gaußturms einen Rutsch- und Kletterpark errichten will, zu Ausgleichsmaßnahmen.

Voriger Artikel
Gefahrgutunfall auf der A7 bei Göttingen
Nächster Artikel
Göttinger Senioren tanzen vor St. Michael

Ein Grauspecht.

Quelle: Finn (Symbolfoto)

Dransfeld. „Wir werden uns jetzt mit Fachleuten zusammensetzen müssen“, sagte Dransfelds Stadtdirektor Marco Gerls im Ausschuss für Jugend, Soziales und Tourismus. Neben dem Grauspecht seien auf dem Hohen Hagen noch drei weitere Spechtarten festgestellt worden. Sie fänden in abgestorbenen Bäumen des Waldes ihre Nahrung. Nach Recherchen der Verwaltung habe es die Spechte auf dem Hohen Hagen bereits zu dem Zeitpunkt gegeben, als dort noch Basalt abgebaut worden sei, betonte der Stadtdirektor.

Festgestellt wurden die Vogelbestände bei einer sogenannten avifaunistischen Prüfung des 64 Hektar großen Gebiets. Die Kartierung von Brutgebieten wurde mit Mitteln aus dem Leader-Programm bezahlt, mit dem die Europäische Union die Entwicklung des ländlichen Raums unterstützt. Dransfelder Gewerbetreibende finanzierten eine Erfassung der Fledermausbestände. Außerdem wurde das Vorkommen von Uhus und Eulen untersucht. „Alle anderen Ergebnisse sind unproblematisch“, betonte der Stadtdirektor.

Investor Alexander Fischer will auf dem Hohen Hagen drei mit Stahlseilen verbundene Holztürme zum Klettern und Rutschen errichten. Auf das Fällen von Bäumen oder die Anlage von Fundamenten soll weitgehend verzichtet werden. Trotzdem muss die Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden. Die dazu nötige Änderung des Flächennutzungsplans wird 30.000 Euro kosten. Eventuell muss auch der Bebauungsplan geändert werden, was mit weiteren 25.000 Euro zu Buche schlagen würde, erläuterte Gerls.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“