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Klingebiel-Zelle: SPD will „weltweit solitäres Kunstwerk“ in Göttingen behalten

Nachnutzung des Festen Hauses Klingebiel-Zelle: SPD will „weltweit solitäres Kunstwerk“ in Göttingen behalten

Nachdem im Oktober das Sprengel-Museum in Hannover sein Interesse an der sogenannten Klingebiel-Zelle bekundet hat, setzt sich nun die Ratsfraktion der Göttinger SPD dafür ein, dass die Zelle, die sich im alten Festen Haus des Landeskrankehauses auf dem Leineberg befindet, in Göttingen bleibt.

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50er-Jahre:Julius Klingebiel.

Quelle: Asklepios Fachklinikum Göttingen

Göttingen. Die Verwaltung soll für eine Nachnutzung des Festen Hauses mit dem Land Niedersachsen als Eigentümer Kontakt aufnehmen und prüfen, „ob die Zelle mit den unter Denkmalschutz stehenden Wandmalereien von Julius Klingebiel im ehemaligen Verwahrungshaus des Landeskrankenhauses verbleiben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“, heißt es in einem Antrag der Fraktion zur Dezembersitzung des Rates.

„Julius Klingebiel malte Portraits, Tiere, Landschaften, Wolkenkratzer und Segelschiffe, die er durch Ornamentik und Umrahmungen zu einem flächendeckenden Bild in seiner Zelle zusammenfügte“, erläutert Fraktionschef Frank-Peter Arndt. Die unter Denkmalschutz stehende Wandmalerei gelte in ihrer Art als ein „weltweit solitäres Kunstwerk der outsider art“.

Bis heute sei die Zelle „leider“ nicht öffentlich zugänglich, lediglich eine begehbare Rauminstallation mache das Werk Klingebiels erlebbar, sagt Arndt. „Das Ansinnen, das Werk ins Sprengel-Museum nach Hannover zu schaffen, ist diskutiert worden. Wir sind allerdings der Ansicht, dass die Malerei eng mit der Zelle Nummer 117 und dem Haus verbunden bleiben sollte“, sagte Arndt.

Mit dem Neubau des Festen Hauses auf dem Leineberg stelle sich die Frage, was mit dem alten Gebäude aus dem Jahr 1906 und mit dem Klingebiel-Kunstwerk geschehen soll. Das Gebäude solle aber wieder einer Nutzung zugeführt werden. „Wir könnten uns vorstellen, dass hier neben der Klingebiel-Ausstellung ein sehr guter Platz für gesuchte Proberäume für Musikgruppen entsteht“, so Arndt.

Julius Klingebiel war Psychiatriepatient seit 1939 und von 1940 an im Landesverwahrungshaus Göttingen untergebracht. ©Theodoro da Silva

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