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Klingebiel-Zelle soll in Göttingen bleiben

Nicht ins Sprengelmuseum Klingebiel-Zelle soll in Göttingen bleiben

Die Klingebiel-Zelle,  die sich im alten Festen Haus des Landeskrankenhauses auf dem Leineberg befindet, soll in Göttingen bleiben. Der Rat der Stadt ist sich einig.

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Wie der malende Patient Julius Klingebiel die Welt sah. Seine Zelle im Festen Haus in Göttingen steht unter Denkmalschutz.

Quelle: Andreas Spengler

Göttingen. Einstimmig überwiesen die Ratspolitiker einen entsprechenden SPD-Antrag in den Kulturausschuss. Die Verwaltung soll für eine Nachnutzung des Festen Hauses mit dem Land Niedersachsen als Eigentümer Kontakt aufnehmen und prüfen, „ob die Zelle mit den unter Denkmalschutz stehenden Wandmalereien von Julius Klingebiel im ehemaligen Verwahrungshaus des Landeskrankenhauses verbleiben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“, heißt es im Antrag.

Für Frank-Peter Arndt, SPD-Fraktionsvorsitzender, ist die Zelle ein „Kulturgut, das wir in Göttingen halten sollten“. Jahrzehntelang sei die Zelle nicht beachtet worden, weil das Gebäude des Festen Hauses benutzt wurde. „Wir sollten uns anstrengen, die Zelle in Göttingen zu lassen.“ Möglicherweise ließe sie sich innerhalb der Stadt an anderer Stelle wieder auf bauen. Nur nach Hannover ins Sprengel-Museum solle sie nicht. Im Oktober hatte das  Museum sein Interesse an der Klingebiel-Zelle bekundet.

Die Zelle des langjährigen Psychiatrie-Patienten Julius Klingebiel (1904-1965) befindet sich im ersten Obergeschoss des Festen Hauses. „Julius Klingebiel malte Portraits, Tiere, Landschaften, Wolkenkratzer und Segelschiffe, die er durch Ornamentik und Umrahmungen zu einem flächendeckenden Bild in seiner Zelle zusammenfügte“, erläuterte Arndt. Die unter Denkmalschutz stehende Wandmalerei gelte in ihrer Art als ein „weltweit solitäres Kunstwerk der outsider art“.

Marcel Pache (CDU) teilte Arndts Auffassung. Die Zelle sei ein „herausragendes“ Kunstwerk. Aber anders als die SPD, die das ehemalige Feste Haus neben der Klingebiel-Ausstellung auch für Proberäume für Musikgruppen nutzen will, glaubt Pache nicht, dass das Gebäude weiter zu nutzen ist. Maria Gerl-Plein (Grüne) plädierte dafür, dass die Zelle, wenn sie in Göttingen bleibt, stärker als bisher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

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