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Klinik-Freigänger sticht Frau in Rücken

Messerattacke Klinik-Freigänger sticht Frau in Rücken

Ein Freigänger des Landeskrankenhauses (LKH) für psychisch kranke Straftäter in Moringen hat am Sonntag, 22. August, in Göttingen eine Frau überfallen und niedergestochen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa war der 33-Jährige auf offener Straße über die 71-Jährige hergefallen und hatte sie mit einem Messerstich in den Rücken getroffen. Kurz nach der Tat wurde er festgenommen. Das Opfer schwebt nicht in Lebensgefahr. Die Polizei wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben. Der LKH-Patient soll unter anderem wegen versuchten Mordes und Kindesmissbrauchs verurteilt worden sein.

dpa

Update : Mitteilung der Polizei (14.15 Uhr):

Während eines Freiganges hat ein 33 Jahre alter Insasse des Landeskrankenhauses Moringen (Kreis Northeim) am Sonntagvormittag, 22. August, gegen 11 Uhr in der Nähe der Reinhäuser Landstraße eine 71 Jahre alte Frau angegriffen und durch einen Stich mit einem Messer in den Oberkörper schwer verletzt. Die Frau konnte noch selbst mit dem Handy die Polizei alarmieren. Ein Rettungswagen brachte sie in ein Krankenhaus, wo sie notoperiert werden musste. Lebensgefahr besteht nicht.
Sofort nach Bekanntwerden der Tat leitete die Polizei eine Großfahndung nach dem Flüchtigen ein. Alle im Stadtgebiet Göttingen und bei der Autobahnpolizei verfügbaren Funkstreifenwagen kamen bei den intensiven Suchmaßnahmen zum Einsatz. Zusätzlich wurde ein Polizeihubschrauber aus Hannover eingesetzt.
Eine zivile Funkstreife entdeckte den Gesuchten kurze Zeit später in der Göttinger Straße in Rosdorf und nahm ihn fest.
Wie die Rentnerin gegenüber der Polizei schilderte, hatte sie in der Feldmark Obst gepflückt, als sie der 33-Jährige ansprach und darum bat, ihm den Ort zu zeigen, an dem sie die Früchte geerntet habe. Als ihm die hilfsbereite Göttingerin den Weg zeigen wollte, griff sie der Mann plötzlich unvermittelt von hinten an und verletzte sie durch einen Stich in den Oberkörper schwer. Die Frau, die sich in diesem Moment nach eigenen Angaben an empfohlene Verhaltensregeln im Falle eines Überfalls erinnerte, schrie den 33-Jährigen lautstark an und forderte ihn auf, abzuhauen.
Vermutlich deshalb ließ der Mann daraufhin von ihr ab und ergriff die Flucht. Die Göttingerin alarmierte dann sogleich die Polizei.
Aufgrund der von ihr und weiteren, auf die Situation zugekommenen Zeugen abgegebenen, detaillierten Täterbeschreibung konnte der 33-Jährige rund 30 Minuten später festgenommen werden.
Das vom Täter nach der Tat weggeworfene Tatmesser wurde in Tatortnähe aufgefunden.
In seiner Vernehmung räumte der ursprünglich aus Salzgitter stammende 33-Jährige die Tat weitgehend ein. Zum Motiv und dem unmittelbaren Tatgeschehen dauern die Ermittlungen noch an.
Der Festgenommene wurde zwischenzeitig durch die Polizei zurück in die psychiatrische Klinik nach Moringen gebracht. Dort wird er gesichert untergebracht.
Gegen den Beschuldigten ist inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat einen Anfangsverdacht wegen versuchten Mordes bejaht.

Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0551/4911013 bei der Polizei Göttingen zu melden. Insbesondere suchen die Ermittler einen Fahrradfahrer und einen Spaziergänger, die am Sonntagvormittag auf die Situation zugekommen waren.
ots

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