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Knapp 1300 Asylbewerber in der Region Göttingen

Anteil verschwindend gering Knapp 1300 Asylbewerber in der Region Göttingen

Die Situation im Lager Friedland ist angespannt – derzeit drängen sich dort 2100 Menschen. Betrachtet man aber die Zahl von Asylbewerbern in der Region, ist ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung verschwindend gering. In der Stadt Göttingen liegt er bei 0,7, im Landkreis bei 0,1 Prozent.

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Quelle: GT

Göttingen. In die Übersicht sind alle Personen eingeflossen, die derzeit nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) Leistungen beziehen. Das sind überwiegend Menschen, deren Asylverfahren noch nicht entschieden sind oder aber abgelehnte Asylbewerber mit Duldung. Personen mit bestätigtem Flüchtlingsstatus fallen nicht mehr unter das AsylbLG, daher schließen die Zahlen keine anerkannten Flüchtlinge ein, die unter das Sozialgesetzbuch fallen. Hierzu verfügt der Landkreis über keine Zahlen.

 
„Königsteiner Schlüssel“

 
Doch wie ergibt sich die Zuteilung von Flüchtlingen in Deutschland und der Region? Die Verteilung von Asylsuchenden auf Erstaufnahmeeinrichtungen wird anhand von mehreren Kriterien vorgenommen. Beispielsweise sind den Aufnahmelagern bundesweit verschiedene Herkunftsländer zugeordnet, im Falle von Friedland sind das klassische Flüchtlingsländer wie Syrien, Irak, Afghanistan oder auch Eritrea. Neben der Auslastung der Aufnahmeeinrichtungen gibt es zudem Quoten für die einzelnen Bundesländer, die vom Steueraufkommen und der Bevölkerungszahl abhängig sind. Dieser jährlich festgelegte „Königsteiner Schlüssel“ sieht für Niedersachsen derzeit rund neun Prozent der Flüchtlinge vor. Innerhalb des Landkreises Göttingen erfolgt die Verteilung dann nach dem verfügbaren Wohnraum, den der Landkreis auf dem freien Wohnungsmarkt akquirieren muss.

 
Aufnahmequote für den Landkreis

 
Die Aufnahmequote für den Landkreis Göttingen wurde im Dezember 2014 mit 102 Personen festgelegt und ist aufgrund der Erstaufnahmeinrichtung in Friedland niedriger als in anderen Landkreisen. Das Aufnahmepensum sei derzeit erfüllt, voraussichtlich im September werde es eine neue Aufnahmequote geben, so Sprecherin Andrea Riedel-Elsner.

 
„Natürlich wollen viele Flüchtlinge lieber direkt in Göttingen untergebracht werden, das ist verständlich“, meint die Göttinger Rechtsanwältin Claire Deery, die unter anderem Mitglied im Vorstand des Niedersächsischen Flüchtlingsrates ist. Die dezentrale Unterbringung sei aber nötig und im Landkreis aufgrund der guten Verkehrsanbindung auch nicht problematisch. Deery lobt das Aufnahmeklima in der Region: „Mir ist es wichtig, dass die positive Stimmung in Göttingen erhalten bleibt. Ich hoffe, dass die Stimmung nicht irgendwann kippt.“

 

Von Jonas Rohde

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